https://www.faz.net/-gzg-9sevt

Demonstration in Frankfurt : „Kurdistan blutet, Europa sieht zu“

  • Aktualisiert am

Am Samstagnachmittag hat in Frankfurt eine Demonstration gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien stattgefunden. Bild: Reuters

Ein Fahnenmeer in den kurdischen Farben gelb, rot und grün in der Frankfurter Innenstadt: Mit einem friedlichen Marsch haben Tausende gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien demonstriert.

          1 Min.

          Frauen und Kinder in der ersten Reihe, „Freiheit für Rojava“-Rufe: Etwa 4500 Menschen sind am Samstagnachmittag friedlich durch die Frankfurter Innenstadt gezogen und haben gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien demonstriert. „Kurdistan blutet, Europa sieht zu“, stand auf einem der zahlreichen Plakate und Transparente auf der zentralen hessischen Veranstaltung. Ein kurdischer Dachverband hatte bundesweit zu Demonstrationen aufgerufen.

          Ein starkes Polizeiaufgebot begleitete den Demonstrationszug, größere Zwischenfälle blieben aus. „Die Kurden werden von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen“, rief eine Rednerin während des Demonstrationszuges. Dabei hätten die Kurden in Nordsyrien zuvor in einem blutigen Kampf die Terrormiliz IS besiegt.

          Deutsche Rüstungsgeschäfte

          Überall waren die kurdischen Farben gelb, rot und grün zu sehen – auf Fahnen, auf Hals- und auch auf Kopftüchern. Immer wieder wurden deutsche Rüstungsgeschäfte mit der Türkei angeprangert. „Mit euren deutschen Waffen und Panzern wird unser Volk abgeschlachtet“, rief eine Aktivistin.

          Manche Demonstranten hielten Bilder von zerstörten Gebäuden und verletzten Kindern in die Höhe. Auch mancher Demonstrationsteilnehmer zeigte sich um eigene Familienmitglieder besorgt. „Meine Familie kommt aus Afrin, ich weiß nicht, wie es meinen Eltern und Geschwistern geht“, erzählte ein Mann mit weißer Ordnerbinde.

          Nachdem die eigentliche Demonstration bereits beendet war, blockierte eine Gruppe von Menschen vorübergehend die Friedensbrücke und die dortige Straße. Auf sozialen Medien war von einer „Spontandemo“ die Rede. Nach Angaben der Polizei nahmen etwa 50 Menschen daran teil. Es habe sich um eine Mahnwache gehandelt, alles sei in Ordnung und friedlich gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

          Bereits am Freitag und am vergangenen Samstag hatte es in Frankfurt friedliche Demonstrationen gegen die türkische Militäroffensive gegeben. Die Organisatoren der Proteste werfen der Türkei einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg vor.

          Weitere Themen

          Verdächtiger gefasst

          Tödliche Attacke in Frankfurt : Verdächtiger gefasst

          Nach einer tödlichen Attacke nahe der Konstablerwache in Frankfurt hat die Polizei einen jungen Deutschen aus Hanau festgenommen. Er soll am 16. November einen Mann zu Tode geprügelt haben.

          Der suchende Rebell

          Maximilian Schell : Der suchende Rebell

          Wiederentdeckung eines Vielbegabten: Das Deutsche Filmmuseum Frankfurt widmet Maximilian Schell eine biographische Ausstellung, die Film, Kunst und Geschichte verbindet.

          Topmeldungen

          Zwei große Mächte im Welthandel: US-Präsident Donald Trump (links) fasst sich an die Jacke, während er für ein Foto mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande des G-20-Gipfels in Osaka posiert.

          Trumps Blockade : Schwerer Schlag für den Welthandel

          Donald Trump legt das Instrument zur Streitschlichtung der Welthandelsorganisation lahm. Die EU-Kommission sucht noch nach einer Lösung, um die Blockade zu umgehen.
          Präsidenten Macron und Putin in Paris

          Ukraine-Gipfel in Paris : Die Folgen der Inkonsequenz

          Auf dem Pariser Gipfel ging es nicht nur um den russisch-ukrainischen Konflikt. Sondern auch darum, mit welchen Botschaften der Westen dem russischen Regime entgegentritt. Putin spielt auf Zeit – und der Westen setzt ihm kaum etwas entgegen.

          Trauer um Roxette-Star Fredriksson : „Danke Marie“

          An ihrer Stimme kam in den 90er Jahren niemand vorbei, sie war das Gesicht von Roxette: Marie Fredriksson ist früh gestorben – die Trauer bei den Fans ist groß. Und auch ihr Band-Partner nimmt Abschied von einer ganz besonderen Freundin.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.