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Frankfurt : Bürostadt soll „Lyoner Viertel“ werden

Schon umgewandelt: Aus dem Büroturm in Niederrad wurde ein Wohnhaus. Bild: Gyarmaty, Jens

In der Bürostadt Niederrad in Frankfurt sollen leerstehende Gebäude in Wohnhäuser umgewandelt werden können. Allerdings sollen Randzonen zunächst ausgespart werden, anders als bisher geplant.

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          In der Bürostadt Niederrad sollen leerstehende Gebäude in Wohnhäuser umgewandelt werden können. Damit dies schneller geschieht, soll das erforderliche Planungsrecht zunächst für ein kleiner gefasstes Areal als zuerst gedacht geschaffen werden. Entgegen dem ursprünglichen städtebaulichen Entwurf, der vorsah, das gesamte südmainische Dienstleistungsquartier zum „Lyoner Viertel“ mit Wohnungen, Geschäften und Grünanlagen umzubauen, sollen zunächst die Randzonen ausgespart werden. „Stattdessen werde vorrangig ein zentral von Norden nach Süden verlaufender Korridor zum Wohnviertel entwickelt.“ Dies sagten Vertreter des Stadtplanungsamts, die am Freitag dem Ortsbeira t5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) den entsprechenden Bebauungsplan vorstellten.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Kerngebiet werde als „Allgemeines Wohngebiet“ ausgewiesen. Eigentümer leerstehender Bürobauten könnten diese dann in Wohnhäuser umwandeln. Die Bereitschaft für entsprechende Investitionen sei groß, sagte Neitzke. Viele der aus den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammenden Bauten böten keinen zeitgemäßen architektonischen Standard. Viele Etagen seien ungenutzt. In der Bürostadt stünden rund 300.000 Quadratmeter leer, so Neitzke.

          Zentrale Grünachse

          Das Beispiel des Gebäudes Lyoner Straße 19, das zum hotelähnlichen Boarding House mit 100 Wohnungen umgewandelt worden und in kurzer Zeit vermarktet worden sei, zeuge von einer großen Nachfrage. Die Stadt wolle schnell Planungsrecht schaffen, um Investoren die Möglichkeit zu geben, auf die günstige Marktsituation zu reagieren. Das nunmehr für Wohnprojekte kleiner gefasste Areal werde trotzdem ausreichen, den Wandel der Bürostadt anzustoßen, gab sich Neitzke überzeugt. Die Randgebiete könnten zu einem späteren Zeitpunkt in sogenannte Mischgebiete für Wohn- und Gewerbenutzungen umgewandelt werden.

          Der vorliegende Entwurf sehe weiter eine zentrale Grünachse vor. Diese solle parallel zur Hahnstraße einen Weg zwischen Main im Norden und Stadtwald im Süden bieten. Zugleich solle in West-Ost-Richtung die Verbindung von der Hahnstraße zur S-Bahn-Station hervor gehoben werden. Im Schnittpunkt beider Achsen könnte eine neue Grünanlage entstehen. Diese sei ursprünglich in Nachbarschaft zum Nestlé-Gebäude avisiert gewesen, könnte dort aber nicht realisiert werden, sagte der Stadtplaner. Nach seinen Angaben sei im neuen Plangebiet Wohnraum für rund 3000 Menschen möglich; langfristig könnten in der Bürostadt Wohneinheiten für 6000 Menschen geboten werden. Flächen für die erforderliche soziale Infrastruktur seien vorhanden; für eine Grundschule etwa im Süden neben der Sportanlage an der Lyoner Straße.

          Bis Jahresende Baurecht schaffen

          Bürger und Stadtteilpolitiker monierten, dass der Schulstandort verstärkt vom Fluglärm betroffen wäre. Grundsätzlich wurden im Ortsbeirat Zweifel geäußert, die Bürostadt, die im Westen von der Trasse der Autobahn5 und im Osten von einer Bahnlinie eingefasst soiwe im Süden vom zunehmenden Fluglärm und im Norden von Gerüchen der Kläranlage belastet sei, zum Wohnen geeignet sei.

          Die Vertreter des Planungsamts teilten die Zweifel nicht. Für den von der ABG Frankfurt Holding geplanten Wohnkomplex Lyoner Carré solle möglicht bis Jahresende Baurecht geschaffen werden. Der Bebauungsplanentwurf wird heute in der Sitzung des Planungsausschusses den Stadtverordneten vorgelegt.

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