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Frankfurts Bäderkonzept : Sorge um Schulschwimmen

Frankfurt fehlt es an ausreichend Schulschwimmbädern. Bild: dpa

In Frankfurt droht ein Mangel an Schulschwimmbädern. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert zukunftssichere Konzepte.

          Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert den Erhalt aller sieben Frankfurter Schulschwimmbäder. Das im neuen städtischen Bäderkonzept vorgesehene Schwimmsportzentrum sei kein Ersatz für die dezentralen Sportstätten. Wenn es keine schulnahen Bäder mehr gebe, dann führe das zu Zeitverlusten, Kosten und Kürzungen des Unterrichts sowie zu einer höheren Belastung öffentlicher Bäder.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Schließung von Hallen habe nicht nur Auswirkungen auf die jeweilige Schule selbst, sondern auch auf benachbarte Schulen und Sportvereine, die die Halle mitnutzten. „Die wachsende Stadt braucht vielmehr zusätzliche Schulschwimmbäder“, heißt es in einer Mitteilung der Lehrergewerkschaft.

          Gewerkschaft kritisiert Umgang mit Inklusion

          Das stadtweite Bäderkonzept sieht unter anderem vor, auf dem Gelände der Sport-Uni in Bockenheim bis 2024 ein Schwimmsportzentrum zu errichten. Dort soll es für die Universität, Vereine und Schulen ein Schwimmerbecken und zwei multifunktionale Lehrschwimmbecken geben. Als Schulen, die dort den Schwimmunterricht abhalten könnten, werden die Ernst-Reuter-Schule und die Liebigschule genannt, also zwei Schulen, die bisher eigene Hallen haben. Die GEW vermutet deshalb, dass die Stadt sanierungsbedürftige Schulschwimmbäder schließen will.

          Außerdem bemängelt die Gewerkschaft, dass das Thema Inklusion im Bäderkonzept nicht berücksichtigt werde. Gerade für Klassen mit behinderten Schülern seien kurze Wege, barrierefreie Zugänge, eine behindertengerechte Ausstattung und „eine vertrauensvolle, überschaubare Umgebung“ grundlegend für einen ungestörten Schwimmunterricht. Der schlechte Zustand vieler Schulschwimmbäder sei eine Folge unterlassener Instandsetzung und Erneuerung, das Bäderkonzept sei die Fortsetzung dieser Sparpolitik.

          Wegen Statikproblemen gesperrt.

          Nach Ansicht der GEW gehört das Thema überdies nicht in die Zuständigkeit des für die Bäderbetriebe und das Bäderkonzept verantwortlichen Sportdezernenten Markus Frank (CDU), sondern in die von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Diese müsse klarstellen, dass ihr Dezernat nach wie vor die Hoheit über die Schulentwicklungsplanung und damit auch über die Zahl der Bäder, deren Standorte und mögliche Bauvorhaben habe.

          Die Schwimmhalle der beiden in der Nordweststadt gelegenen Ernst-Reuter-Schulen ist seit Jahren wegen Statikproblemen gesperrt. Darauf, dass die Stadt eigentlich einen Neubau in Aussicht gestellt habe, weist nun die Personalversammlung der Ernst-Reuter-SchuleII hin. Das Bäderkonzept stehe im Widerspruch zum „Aktionsplan Schule 2014-2018“, der den „Abriss/Neubau Schwimmhalle und Traglufthalle“ vorsehe. Ein Schwimmsportzentrum sei auch deshalb kein Ersatz für ein eigenes Bad, weil ein mit anderen Gruppen geteiltes Becken für Kinder mit Behinderungen eine Überforderung darstelle.

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