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Pétanque in Frankfurt : Boule-Spieler hoffen auf sportliche Perspektive

Nicht ungefährlich: Boule-Spieler brauchen Platz für ihre Würfe. Bild: Wolfgang Eilmes

Das derzeitige Trainingsdomizil für Boule-Spieler in Frankfurt muss einem Neubaugebiet weichen. Am Bornheimer Hang könnte jedoch eine neue, sogar wettkampftaugliche Anlage entstehen.

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          Noch werden dort Fußbälle gekickt, doch künftig könnten Metallkugeln geworfen werden. Auf einem der Fußballfelder, die auf dem Sportgelände des FSV Frankfurt am Bornheimer Hang dem Stadion vorgelagert sind, soll eine professionelle Boule-Anlage entstehen. Das sieht ein Plan vor, der derzeit zwischen der städtischen Betreibergesellschaft des FSV-Stadions, dem Sportamt und dem Verein Bornheim Boules verhandelt wird. Hintergrund ist, dass der Verein der Boule-Spieler an seinem jetzigen Standort nördlich des Günthersburgparks der geplanten Bebauung der „Günthersburghöfe“ und der damit verbundenen Erweiterung des Parks weichen muss.

          Bernd Günther
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Entwicklung des unter dem Titel „Innovationsquartier“ bekannten neuen Wohnviertels an der Grenze zwischen den Stadtteilen Bornheim und Nordend rückt mittlerweile näher. Die knapp 100 Boule-Spieler des 1991 gegründeten Vereins benötigen darum nun möglichst bald ein Ersatzgelände für ihren Sport, wie Klaus Bittner vom Vereinsvorstand sagt. Das aktuelle Spielgelände ist eingezäunt und liegt am Kleingartenweg, unmittelbar am ehemaligen Betriebshof des städtischen Grünflächenamts, der derzeit als provisorischer Schulstandort genutzt wird.

          Zu gefährlich für den Park

          Wenn das neue Wohnviertel entstehe, der Park erweitert und dann auch der alte Betriebshof abgerissen werde, bleibe für den Verein dort kein Platz mehr. Einfach auf die Wiesen und Wege des Günthersburgparks auszuweichen wäre keine Option, so Bittner. Die Boule-Spieler träfen sich zwar auch jetzt gelegentlich im Park auf dem von Platanen bestandenen Platz vor der Orangerie, weil sie dort im Licht mehrerer Laternen auch in den Abendstunden spielen können. Doch dorthin mit den regelmäßigen Treffen zurückzukehren sei keine Option. Zwar habe der mittlerweile zum stadtweit größten Boule-Club gewachsene Verein an diesem Platz seinen Ursprung, doch das städtische Grünflächenamt toleriere in öffentlichen Parkanlagen grundsätzlich keinen vereinsgebundenen Sport. Außerdem sei der Park auch viel zu stark genutzt, so dass die Würfe der metallenen Spielkugeln zu gefährlich wären, sagt Bittner.

          Die Männer und Frauen, die im Verein dem Pétanque nachgehen, wie die aus Frankreich stammende Sportart des Boules auch heißt, sind nach Angaben von Bittner nicht nur „Freizeit-Kugel-Kullerer“, sondern in Mannschaften organisierte Sportler, die in der hessischen Landesliga spielten. Das gesellige Spiel, bei dem die eigene Metallkugel möglichst nah an der neonfarbenen Zielkugel, dem sogenannten Schweinchen, plaziert werden muss, erfordert nicht nur Konzentration, sondern vor allem sportliches Geschick. Bei den ambitionierten Ligaspielen würden die bis zu 850 Gramm schweren Metallkugeln durchaus im hohen Bogen neun Meter und noch weiter geworfen. Diese Würfe im Günthersburgpark zu trainieren sei zu gefährlich, meint Bittner.

          Ganz andere Möglichkeiten würde jedoch das avisierte Boule-Areal auf dem Stadiongelände am Bornheimer Hang bieten. Auf der voraussichtlich gut 1400 Quadratmeter großen Fläche, die über Flutlicht verfügen soll, könnten 15 Spielbahnen mit jeweils drei Meter Breite und 13 Meter Länge eingerichtet werden. Diese Anzahl an Spielbahnen sei entscheidend, denn sie sei Voraussetzung dafür, dass ein Pétanque-Verein auch Liga-Spieltage ausrichten dürfe. Und den Anspruch habe der wachsende Club durchaus, sagt Bittner. Auf der möglichen neuen Anlage könnten Bahnen für das Training der Liga-Spieler reserviert und dennoch ausreichend Platz für Freizeit-Spieler geboten werden.

          Doch noch seien viele Einzelheiten für den möglichen Umzug zu klären; etwa ob die in der Haupttribüne des Stadions gelegenen sanitären Einrichtungen genutzt werden könnten. Aber auch die entscheidende Frage etwaiger Mietzahlungen sei offen. Das Angebot für den neuen Standort liege seit Oktober vor, sagt Bittner. Im neuen Jahr würden die Gespräche weitergeführt. Bittner zeigt sich zuversichtlich. Wichtig ist nach seinen Angaben jedoch, dass bis zum Umzug an den Bornheimer Hang der alte Standort am Günthersburgpark weitergenutzt werden könne.

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