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Flüchtlingsheim in Frankfurt : Imam muss nach Protesten in Unterkunft vermitteln

In der Kritik. die Flüchtlingsunterkunft in Frankfurt Bonames Bild: Maximilian von Lachner

Am Freitag haben bei den Unruhen in der Flüchtlingsunterkunft in Frankfurt-Bonames die Polizei und ein Imam vermitteln müssen. Das Verhältnis zwischen den Betreibern und den Bewohnern der Unterkunft ist noch immer angespannt.

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          Nachdem es am Freitagabend abermals zu Protesten in einer Frankfurter Unterkunft für Geflüchtete am Alten Flugplatz in Bonames gekommen ist, hat sich die Lage über das Wochenende wieder entspannt. Sowohl die Polizei als auch ein Imam waren am Freitag in die Unterkunft gerufen worden, um zu vermitteln.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Weil das Stromnetz in der im Landschaftsschutzgebiet errichteten Unterkunft überlastet ist, kommt es dort seit Wochen immer wieder zu Konflikten. Die Stadt dringt auf die Einhaltung von Brandschutzbestimmungen, die Bewohner fühlen sich in ihrer Autonomie beschnitten. Entzündet hatte sich der Konflikt, nachdem die Bewohner vor einigen Wochen aufgefordert worden waren, ihre Herde, die sie sich auf eigene Kosten besorgt hatten, abzugeben. Messungen am vergangenen Freitag hatten dann ergeben, dass auch die Kochplatten, die zur Grundausstattung der Wohnmodule gehören, das Stromnetz überfordern. Weil der dringlichen Aufforderung, die Platten herauszugeben, nicht alle Bewohner nachgekommen seien, habe man kurzzeitig den Strom abstellen müssen, sagte ein Sprecher von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Die Brandgefahr sei zu groß gewesen. Dagegen hatten die Bewohner protestiert.

          „Spirale des Misstrauens“ seitens der Bewohner

          Gemeinsam mit einem Imam sei es gelungen, einen Kompromiss zu erarbeiten, hieß es am Sonntag im Sozialdezernat. Die Bewohner würden vorerst durch ein externes Unternehmen versorgt, das „kulturgerechtes Essen“ anbiete. Außerdem bestehe für sie die Möglichkeit, nach festen Absprachen die Kochplatten in drei der leerstehenden Wohnmodule zu nutzen.

          Nicht geklärt werden konnte bisher, ob die Einrichtung für die anstehenden Arbeiten vorübergehend geschlossen werden muss oder ob der Betrieb weiterlaufen kann. Egal welches Szenario eintreffe, wichtig sei es zu ergründen, wieso sich eine „Spirale des Misstrauens“ seitens der Bewohner gegen den Betreiber, das Diakonische Werk für Frankfurt und Offenbach, sowie die Stadt in Gang setzen konnte, hieß es aus Birkenfelds Büro. Die Aktion am Freitag sei für das angespannte Verhältnis „nicht vertrauensbildend“, aber unumgänglich gewesen.

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