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Frankfurt-Bockenheim : Neue Variante für Kulturcampus

Der geplante Kulturcampus in Frankfurt-Bockenheim

Der geplante Kulturcampus in Frankfurt-Bockenheim Bild: F.A.Z.

Frankfurts Planungsdezernent Olaf Cunitz bringt eine neue Variante für den Kulturcampus ins Spiel: Städtisch geförderten Kulturinstitute könnten auf dem Areal an der Uni-Bibliothek untergebracht werden.

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          Die städtisch geförderten Kulturinstitute Ensemble Modern, Junge Deutsche Philharmonie, Forsythe Company und das Tanzzentrum Lab könnten ebenso wie die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst auf dem Areal rund um die Universitätsbibliothek untergebracht werden. Diese Variante für die Umgestaltung des Universitätsgeländes in Frankfurt-Bockenheim zu einem Kulturcampus hat Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) ins Spiel gebracht.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          So ließen sich auch die Synergieeffekte nutzen, die sich die Kulturschaffenden von einer engen Nachbarschaft auf dem Campus versprächen, sagte Cunitz bei der Vorstellung eines „Strukturplans“ für das Gebiet. „Es wäre sinnvoll, die Institutionen dort zu versammeln und baulich eng zu verzahnen.“

          Umzug der Uni-Bibliothek ungewiss

          Wie berichtet, ist der Präsident der Musikhochschule, Thomas Rietschel, mit dem seiner Institution zugedachten Standort auf dem Gelände der Universitätsbibliothek nicht einverstanden. Auch weil ungewiss ist, wann und ob die Universitätsbibliothek auf den Campus Westend umziehen wird, wirbt er für eine andere Lösung. Mindestens ein Drittel der Räume der Hochschule, vor allem die Säle für Proben und Aufführungen, sollte seiner Ansicht nach auf dem Gelände südlich der Bockenheimer Landstraße gebaut werden, um von der Nähe zu den dort geplanten städtischen Theater- und Tanz-Einrichtungen zu profitieren.

          Weil das Land aber an der Ansiedlung der Musikhochschule am Bockenheimer Depot festhält und dieses Grundstück auch besitzt, ist Cunitz dafür, die anderen Institutionen ebenfalls im Norden unterzubringen. Die Fläche sei groß genug, zumal der Strukturplan dort auch zwei 50 Meter hohe Gebäude, etwa für einen Probenturm, vorsieht.

          Wie berichtet, überträgt der Strukturplan die Ergebnisse von Planungswerkstätten in eine baurechtliche Form und bereitet einen Bebauungsplan vor. Er soll am 20. November in einer öffentlichen Veranstaltung erläutert werden. Ein Beirat soll die weitere Entwicklung begleiten. Er könnte aus einem Runden Tisch hervorgehen und mit Fachleuten und Akteuren aus Politik, Kultur und Bürgerinitiativen besetzt werden, schlug Cunitz vor.

          Das „Rückgrat“

          Der Strukturplan schreibt bauliche Nutzungen für bestimmte Gebiete fest: Die Wohngebiete, in denen auch ein 70 Meter hoher Wohnturm möglich ist, orientieren sich an einer zentralen Grünachse, die der stellvertretende Planungsamtsleiter Martin Hunscher als „Rückgrat“ bezeichnete. Sollte das Landesdenkmalamt entscheiden, dass das Philosophicum und das Studentenwohnheim zu erhalten sind, wäre auch dies baurechtlich möglich. „Der Denkmalschutz sollte kein politischer Spielball sein, sondern eine fachliche Frage“, sagte Cunitz. An der Senckenberganlage sind ein überwiegend gewerblich geprägtes Kerngebiet mit zwei Bürotürmen und ein Mischgebiet vorgesehen, in dem auch Kultur, Einzelhandel und Gewerbe möglich sind. Um eine hohe Durchmischung zu ermöglichen, ist auch in dem Kerngebiet sowie in den Sondergebieten für Kultur eine Wohnnutzung erlaubt, allerdings höchstens zu 30 Prozent.

          Cunitz rechnet damit, dass der Bebauungsplan im Sommer beschlossen werden kann. Der Strukturplan halte auch andere Varianten für die Kultureinrichtungen offen. Weil das bislang in dem geplanten Mischgebiet stehende Juridicum erst 2017 frei wird, werde auf dem Areal bis dahin nichts passieren. „Wir verbauen keine anderen Möglichkeiten.“ Cunitz hofft aber, dass sich das Land noch dieses Jahr dazu äußert, wie es mit der Musikhochschule weitergeht. „Wir können die Entwicklung nicht einfrieren, in der Erwartung, dass das Land erst in zwei oder drei Jahren eine Entscheidung trifft.“ Gestern befasste sich auch der Planungsausschuss mit dem Vorhaben.

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