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Wiesbaden verschärft Regeln : Hotspot Frankfurt will Hilfe der Bundespolizei

Rat: Nicht nur auf der Zeil sollten Passanten in Frankfurt derzeit auch in der Öffentlichkeit die Alltagsmaske tragen Bild: Lucas Bäuml

Der zentrale Corona-Wert bleibt in Frankfurt auf sehr hohem Niveau. Die Stadt will auch Bundespolizisten als Kontrolleure einsetzen. Derweil appelliert der Ärztekammer-Chef an die Vernunft der Bürger.

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          Die Stadt Frankfurt will bei Corona-Kontrollen auf die Hilfe von Bundespolizisten zugreifen und hat nach eigenen Angaben entsprechende Unterstützung angefordert. Denn der zentrale Corona-Kennwert ist über Nacht zwar leicht gesunken, allerdings bleibt die sogenannte Inzidenz, das sind die neuen Covid-19-Fälle binnen Wochenfrist unter 100.000 Einwohnern, auf einem sehr hohen Niveau. Das Robert-Koch-Institut weist für Frankfurt einen Wert von knapp 200 aus nach fast 205 am Sonntag. Damit bleibt die Mainmetropole nicht nur der Hotspot in Hessen, sondern auch unter den deutschen Großstädten. Einen ähnlich hohen Wert gibt es in Solingen und höhere Kennziffern in Teilen von Berlin. Angesichts des Infektionsgeschehens hatte die Stadt am Wochenende den Weihnachtsmarkt abgesagt und weitere Corona-Vorgaben angekündigt. Nun wird den Menschen empfohlen, die Alltagsmaske in Frankfurt möglichst überall zu tragen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          In der Nachbarstadt Offenbach ist der Inzidenzwert über Nacht nach einem Rückgang wieder merklich nach oben gesprungen. Nach 129,4 Neuinfektionen binnen sieben Tagen unter 100.000 Einwohnern weist das kurz RKI genannte Bundesinstitut nun knapp 179 aus. Für den Kreis Groß-Gerau stehen knapp 147 Fälle zu Buche, was Stagnation bedeutet. In Kassel, wo ein Ausbruch in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge den Inzidenzwert in die Höhe getrieben hatte, entspannt sich die Lage derweil weiter. Dagegen hat der Landkreis Gießen über Nacht die Marke 100 überschritten und liegt auf der höchsten Warnstufe nach dem Eskalationskonzept des Landes (siehe Grafik).

          Für ganz Hessen spricht das für die Seuchenbekämpfung federführende RKI von 625 neuen bestätigten und über Nacht gemeldeten Fällen. Das sind auffallend wenige Neuinfektionen gemessen an den Zahlen der vergangenen Wochen. Allerdings kommt es zu Wochenbeginn oft zu Meldeverzug seitens der Gesundheitsämter. Deshalb sagen die Montagsdaten in der Regel nicht viel aus.

          Wiesbaden verschärft Corona-Regeln

          Derweil verschärft Wiesbaden nach Frankfurt und Offenbach die Corona-Vorgaben: Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch fünf Personen oder Angehörige aus zwei Hausständen gemeinsam aufhalten. Bei privaten Feiern zum Beispiel in Gaststätten dürfen maximal zehn Personen zusammenkommen. Für Zusammenkünfte in Privaträumen bleibt es bei einer Empfehlung: höchstens zehn Personen aus höchstens zwei Haushalten. Auch der Vogelsbergkreis verschärft die Regeln. Dort müssen etwa Kneipen und Restaurants von Mittwoch an bereits um 23 Uhr schließen und bis 6 Uhr zu bleiben, wie die Kreisverwaltung in Lauterbach mitteilte. Alkohol darf demnach zwischen 23 und 6 Uhr nicht mehr im öffentlichen Raum getrunken werden, so die dpa.

          Der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Edgar Pinkowski, hat abermals zu Beachtung der Corona-Schutzregeln aufgerufen: „Neben dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kommt es weiterhin darauf an, Abstand zu halten, zu lüften, die Hände regelmäßig zu waschen und Menschenansammlungen zu meiden“, sagt Pinkowski am Montag laut dpa. „Nur wenn alle mitmachen und sich ihrer Verantwortung für sich und andere bewusst sind, können wir diese Pandemie bewältigen.“

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