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Frankfurt : Birgitta Wolff wird Goethe-Uni-Präsidentin

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Beim vierten Anlauf: Birgitta Wolff ist zur neuen Präsidentin der Goethe-Universität in Frankfurt gewählt worden. Sie tritt das Amt 2015 an. Bild: dpa

Die Goethe-Universität in Frankfurt hat eine neue Spitze gewählt: Birgitta Wolff ist von Januar 2015 an Präsidentin der Hochschule und löst damit Werner Müller-Esterl ab.

          Die Magdeburger Wirtschaftswissenschaftlerin Birgitta Wolff ist am Dienstag zur neuen Präsidentin der Frankfurter Goethe-Universität gewählt worden. Der erweiterte Senat – seine 17 Mitglieder und deren Stellvertreter – bestimmte sie im vierten Wahlgang mit 20 zu 14 Stimmen zur Nachfolgerin von Werner Müller-Esterl. Der Sechsundsechzigjährige stand für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung. Wolff ist die erste Frau an der Spitze der Universität. Sie ist zunächst für sechs Jahre gewählt. Ihre Amtszeit beginnt am 1. Januar 2015.

          Wolff dankte für das ihr entgegengebrachte Vertrauen, nannte das Wahlverfahren und dessen Ergebnis aber auch einen „Auftrag“. Sie sei auch auf die Unterstützung jener „extrem angewiesen“, die sie nicht gewählt hätten. Ihr Mitbewerber, der Mainzer Neurowissenschaftler Robert Nitsch, hatte im ersten Wahlgang vier Stimmen bekommen. Trotzdem fand sich für Wolff zunächst nicht die erforderliche Mehrheit von mindestens 18 Stimmen. Erst im vierten Wahlgang war es so weit.

          Sieben Kandidaten zu Beginn

          Müller-Esterl sagte, er habe Wolff nach dem dritten Wahlgang gefragt, ob sie noch einmal antreten wolle. Ihre Zusage sei mit Applaus bedacht worden. Er gratulierte seiner Nachfolgerin und wünschte ihr eine erfolgreiche Arbeit. Zufrieden zeigte sich auch Rolf Breuer. Der Vorsitzende des Hochschulrats saß der Findungskommission vor, die geeignete Kandidaten benennen musste. Auch Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) gratulierte Wolff.

          Breuer zufolge gab es sieben Kandidaten, von denen am Ende Wolff und Nitsch zur Wahl standen. Breuer und Müller-Esterl verteidigten das Verfahren zur Vorbereitung der Wahl als völlig korrekt. Die Kommission hatte die nachträgliche Bewerbung des Frankfurter Juraprofessors Cornelius Prittwitz abgelehnt und damit Kritik ausgelöst. Prittwitz beugte sich schließlich der Entscheidung.

          Wolff lehrt derzeit in Magdeburg

          Die Grüne Hochschulgruppe sieht sich durch die Art und Weise der Wahl Wolffs in der Kritik am derzeitigen Wahlprozess bestätigt. Der Senat habe zu wenige Mitwirkungsmöglichkeiten. „Wir erwarten nun von der neuen Präsidentin, dass sie auf alle Statusgruppen zugeht und die Bedenken, welche durch den enorm knappen Wahlausgang deutlich wurden, ernst nimmt“, teilte Dirk Reheis, studentischer Senator der Grünen, mit.

          Wolff ist 49 Jahre alt und stammt aus Münster. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Witten/Herdecke, an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und der Harvard University. Anschließend lehrte sie an der Georgetown University in Washington. Seit 2000 hat sie den Lehrstuhl für Internationales Management an der Universität in Magdeburg inne. 2010 wurde sie als CDU-Mitglied Kultusministerin und anschließend Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Im Streit über Einsparungen an Hochschulen verließ sie 2013 das Kabinett und kehrte an die Universität Magdeburg zurück.

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