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Steigende Schülerzahlen : Frankfurt bekommt zehn neue Schulen

Schnell und günstig: Nach dem Vorbild der Europäischen Schule Frankfurt sollen auch einige der neuen Bildungsstätten im Holzmodulbauverfahren errichtet werden. Bild: Wolfgang Eilmes

Der hessische Kultusminister stimmt dem Schulentwicklungsplan für Frankfurt zu und leitet damit das Ende der reinen Hauptschulen ein. Denn die Wünsche der Eltern gehen in eine andere Richtung.

          Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) beabsichtigt, den Frankfurter Schulentwicklungsplan zu genehmigen. Das bedeutet, dass die Stadt in den nächsten Jahren zehn neue Schulen eröffnen darf. Entstehen sollen fünf Grundschulen, zwei Integrierte Gesamtschulen, eine Kooperative Gesamtschule, ein Gymnasium und eine gymnasiale Oberstufe. Die Frankfurter Stadtverordneten hatten den Schulentwicklungsplan im Sommer beschlossen, er gilt aber erst, wenn er genehmigt ist. Unter anderem prüft das Land, das maßgeblich für Pädagogik und Lehrkräfte verantwortlich ist, ob die Pläne den rechtlichen Vorgaben und dem Bedarf entsprechen.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Nachfrage entsteht vor allem durch die in Frankfurt gegen den Landestrend steigenden Schülerzahlen und die veränderten Wünsche der Eltern, insbesondere die Trends zum Abitur und zur Inklusion. Dementsprechend sollen nicht nur Schulen eröffnet, sondern auch geschlossen werden. Vorgesehen ist nach und nach das Ende für die verbliebenen drei reinen Hauptschulen, für eine Realschule und zwei Hauptschulzweige an verbundenen Schulen. Im Sinne der Inklusion werden zudem zwei Förderschulen für Lernhilfe geschlossen und deren Lehrkräfte im inklusiven Unterricht an Regelschulen eingesetzt.

          Ein Gymnasium ist bereits eröffnet

          „Die Eltern müssen die Gewissheit haben, dass ihr Kind einen Platz in dem gewählten Bildungsgang bekommt“, sagte Lorz auf Anfrage. Deshalb sei es ihm wichtig gewesen, das Zustimmungsverfahren vordringlich zu behandeln. Trotz der umfangreichen und komplexen Neuorganisation in dem Schulträgerbezirk sei es innerhalb von sechs Monaten gelungen, die Prüfung des Schulentwicklungsplans abzuschließen. Bevor der Erlass sein Haus verlassen könne, müsse noch das gesetzlich vorgegebene Beteiligungsverfahren beim Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer abgewartet werden.

          Zur Vorbereitung des Schulentwicklungsplans hatte in Frankfurt erstmals ein Partizipationsprozess mit Verantwortlichen von Schulen, Verbänden, Verwaltung, Eltern- und Schülerschaft stattgefunden. Allerdings wurden einige Entscheidungen wegen der Dringlichkeit vorab getroffen: So eröffnete schon zum Anfang dieses Schuljahres ein Gymnasium in Höchst, das in den nächsten Jahren an den Westend-Campus der Goethe-Universität ziehen soll.

          Mangel an Gymnasialplätzen

          Die im Plan vorgesehenen fünf Grundschulen sollen dort entstehen, wo in den nächsten Jahren mit einer Zunahme der Kinderzahl gerechnet wird, etwa durch die Umwandlung der Bürostadt Niederrad in ein Wohnquartier und die Entwicklung des Europaviertels. Außerdem ist geplant, 13Grundschulen zu erweitern. Derzeit wächst die Jahrgangsstärke in den Grundschulen jährlich um etwa 400Kinder.

          Der Ausbau der weiterführenden Schulen ist auch eine Reaktion auf den sich verschärfenden Mangel an Gymnasialplätzen. Zuletzt bekamen rund 500Kinder keinen Platz an den beliebten, wohnortnahen Gymnasien und wurden auf Gesamtschulen und auf das neue Gymnasium nach Höchst geschickt.

          Drei der fünf weiterführenden Schulen sollen schon nach den Sommerferien eröffnen: die IGS Süd in Sachsenhausen, das Gymnasium Nord in einem Übergangsquartier in Praunheim und die Kooperative Gesamtschule Niederrad, für die es noch keinen Standort gibt. In den nächsten Jahren sollen eine gymnasiale Oberstufe in Preungesheim und eine Integrierte Gesamtschule am Riedberg folgen, die sich besonders der Inklusion widmet.

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