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Notunterunterbringung im Hotel : Frankfurts teure Fehler

  • -Aktualisiert am

Wenn Wohnraum unbezahlbar wird: In Frankfurt fehlt es an Notunterkünften. Bild: Jana Mai

Frankfurt gibt für die Unterbringung Bedürftiger in Hotels Millionen aus. Das teure Vorgehen kann nicht zu einer Dauerlösung werden. Die Stadt muss endlich in die richtigen Projekte investieren.

          Die Stadt gibt Millionen für die Notunterbringung in Hotels aus. Weil Frankfurt voll ist, weil es nicht genügend Wohnungen für Menschen mit wenig Geld gibt, und weil die Sätze, die das Jobcenter für eine „als angemessen anzusehende“ Grundmiete anlegt, viel zu niedrig sind. Es geht nicht darum, den Ärmsten in der Gesellschaft luxuriöse Apartments zur Verfügung zu stellen. Aber weniger als 550 Euro für die 65-Quadratmeter-Wohnung einer dreiköpfigen Familie zu veranschlagen ist absurd.

          Für das Problem gibt es zwei Lösungen: Entweder die Sätze werden auf eine realistische Höhe angehoben, oder es müssen in kurzer Zeit so viele Wohnheime und günstige Wohnungen gebaut werden, dass der Bedarf gedeckt ist. Die Übergangslösung, Menschen für Jahre in Hotels wohnen zu lassen, kann nicht überzeugen. Denn die Zustände sind über einen längeren Zeitraum hinweg nicht tragbar. Die Umgebung der Hotels ist alles andere als kindgerecht, viele berichten von Schimmel und Bettwanzen. Von der Enge ganz zu schweigen. Das wissen auch die Verantwortlichen. Doch sie sehen kaum Möglichkeiten, die Situation zu entschärfen.

          Die Stadt muss viel bauen

          In den Verträgen zwischen der Stadt Frankfurt und den Hoteliers muss darum ein Mindestniveau festgeschrieben werden. Die Stadt braucht eine Handhabe gegen Betreiber, die trotz Kontrollen nichts an den Umständen ändern. Immerhin machen die Hotels und Pensionen ein gutes Geschäft mit den Notunterkünften. Die meisten sind im Internet katastrophal bewertet. So scheint kaum vorstellbar, dass sie die Zimmer aus sozialer Verantwortung zur Verfügung stellen und auf deutlich höhere Gewinne durch Messegäste verzichten.

          Die Stadt pumpt in dieses System viel Geld. Das ist ein teurer Fehler, auch, wenn sie einen Großteil vom Bund erstattet bekommt. Sie bringt die Betroffenen in eine prekäre Lage, und sie sendet die falschen Signale. Richtig wäre es, die Erstattungssätze anzupassen. Denn würde insgesamt mehr Grundmiete bewilligt, dann wären weniger teure Hotels nötig, und alle hätten gewonnen. Außerdem müssen mittelfristige Lösungen erlaubt werden, etwa, dass eine Familie vorübergehend auch in eine Wohnung ziehen darf, die eigentlich zu klein ist, die aber eine Verbesserung der Lebensumstände bedeuten würde. Und langfristig? Bauen, bauen, bauen.

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