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Verkehrsknotenpunkt Frankfurt : Straßenbahn, die auf ICE-Gleisen fährt

  • -Aktualisiert am

Recht gewöhnlich: So sollen die Züge auf der neuen Strecke aussehen. Bild: Michael Kretzer

Die Regionaltangente West soll Frankfurts Verkehrssituation entspannen. Doch bis zur Fertigstellung werden noch einige Jahre vergehen. Die darauf fahrende Züge kann man jedoch jetzt schon betrachten.

          Bis sich die Verkehrssituation in und um Frankfurt herum durch die geplante Regionaltangente West entspannen könnte, dauert es noch ein paar Jahre. Am Wochenende konnten sich interessierte Bürger aber immerhin schon einmal anschauen, welche Bahnen dann dort unterwegs sein werden.

          Auf der Strecke zwischen Frankfurt-Höchst und Bad Soden zeigte die RTW Planungsgesellschaft am Samstag eines der Fahrzeuge, die später die Regionaltangente West zwischen Bad Homburg und Dreieich befahren sollen. Das Besondere an diesen sogenannten Zwei-System-Fahrzeugen: Sie können sowohl auf Straßenbahnschienen wie auch auf dem Schienennetz der Deutschen Bahn fahren.

          Bewährtes System

          Dieses System wird schon seit einiger Zeit in Karlsruhe genutzt. Dort hatte sich die RTW Planungsgesellschaft auch die Bahn geliehen, die sie am Wochenende den Bürgern vorstellte. Von innen und außen erinnert der Zug auf den ersten Blick an eine Straßenbahn. An manchen Stellen – etwa in Höchst oder in Neu-Isenburg – wird der Zug auch auf diese Weise in den Verkehr eingebunden. Verlässt er hingegen dichter bebaute Gebiete, erreicht er eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern. „Und dabei kann er die gleichen Strecken nutzen wie auch S-Bahnen oder theoretisch auch ein ICE“, sagt Klaus Oesterling (SPD), Frankfurter Verkehrsdezernent und Vorsitzender des Aufsichtsrats der RTW. So könne man für die Regionaltangente West zu 60 Prozent auf bestehende Schienennetze zurückgreifen, rund 24 Kilometer Strecke müssten zudem neu gebaut werden.

          Etwa zwanzig solcher Züge sind für den Betrieb auf der Regionaltangente geplant. Sie sollen auf zwei Linien jede halbe Stunde zum Einsatz kommen, so dass sich auf den gemeinsam befahrenen Abschnitten ein 15-Minuten-Takt ergibt. Das „Sahnestück“, wie Oesterling es nennt, wird dabei der Streckenabschnitt zwischen Frankfurt-Höchst und dem Flughafen sein. Fahrgäste müssen dann nicht mehr über den Hauptbahnhof fahren, wenn sie aus dem Nordwesten in Richtung Flughafen wollen.

          Bis die Regionaltangente fertig ist, müssen sich Reisende und Pendler aber gedulden. Denn noch befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Oesterling hofft, dass die Planfeststellung bis etwa Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sein wird. „Wann wir anfangen zu bauen, ist abhängig von den Klagen, die dabei aufkommen und die wir berücksichtigen müssen“, sagt der Verkehrsdezernent. Zusammen mit den Baumaßnahmen sollen dann auch die neuen Züge ausgeschrieben werden.

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