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Frankfurt : Bau der „Kornmarkt-Arkaden“ rückt näher

Ein ganzes Ensemble: An der Ecke von Bethmannstraße und Kornmarkt entsteht ein Wohngebäude (Mitte), links davon ist der Mittelflügel des alten Bundesrechnungshofs für Büros zu sehen. Noch weiter links entsteht ein Neubau für Büros, und den Abschluss bildet das geplante Hotel. Bild: dpa

Auf dem Areal des Bundesrechnungshofs werden Büros, Wohnungen und ein Hotel errichtet. Die Genehmigung wird wohl noch in diesem Jahr erteilt.

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          Im Jahr 2000 ist der Bundesrechnungshof von Frankfurt nach Bonn umgezogen. Seither steht sein einstiger Sitz an der Berliner Straße leer. Stand leer, muss man inzwischen sagen, denn Teile des Ensembles wurden vor kurzem abgerissen. Jetzt besteht gute Hoffnung, dass die Brache mitten in der Stadt bebaut wird. Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) hat während einer kleinen Feier in einem Zelt auf dem Gelände den Projektentwickler OFD und alle anderen Beteiligten wissen lassen, dass der städtebauliche Vertrag zur Unterschrift für die künftigen „Kornmarkt-Arkaden“ vorliege.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Damit könnte der Wunsch des OFD-Chefs Alois Rhiel durchaus Wirklichkeit werden, als Weihnachtsgeschenk eine Baugenehmigung zu bekommen und dann tatsächlich das Bauvorhaben nach Plan bis 2018 abzuschließen. Cunitz jedenfalls zeigte sich optimistisch, dass die Erlaubnis zum Bauen bis Ende des Jahres erteilt werden kann. Der brachliegende schreckliche Ort in der Innenstadt, wie Architekt Jürgen Engel sagte, dessen Büro KSP den Wettbewerb gewonnen und die Pläne für die Bebauung des Bundesrechnungshof-Areals erstellt hat, dürfte also bald ein ganz anderes, ein freundliches und modernes Gesicht zeigen.

          „Schwieriger Bau“ aus fünfziger Jahren

          Bis der städtebauliche Vertrag mit der OFD, einer Tochter der Helaba, zustande kam und eine Lösung für das schwierige Grundstück gefunden wurde, mussten alle Beteiligten, wie Rhiel sagte, einen äußerst schwierigen Weg gehen. Das Grundproblem bestand darin, dass der Bundesrechnungshof als eines der baulichen Symbole der frühen Bundesrepublik unter Denkmalschutz steht. Eine neue, rentable Nutzung für die alten Gebäude wollte potentiellen Investoren lange Zeit einfach nicht einfallen. Denn es handelte sich um einen, wie Architekt Engel sagte, „schwierigen Bau“ der fünfziger Jahre.

          Nun ist eine Lösung gefunden, die Büros, ein Wohnhaus und ein Hotel vorsieht. Zudem wird die Verkehrsführung geändert. Die vom Theater kommenden Autos sollen künftig nicht mehr durch die Bethmannstraße und den Kornmarkt, sondern schon vorher auf die Berliner Straße gelenkt werden. Ferner wird es für Fußgänger eine Nord-Süd-Passage durch die Kornmarkt-Arkaden geben. Für das Wohnen ist die Ecke Bethmannstraße/Kornmarkt vorgesehen, dort soll ein solitäres Gebäude mit 21 Wohnungen entstehen. Neben ihm etwas weiter westlich bleibt der Mittelflügel des Bundesrechnungshofes erhalten, er wird saniert und mit Büros ausgestattet.

          Hoffen auf belebtere Innenstadt

          Noch weiter westlich entsteht an der Bethmannstraße ein neues Bürogebäude. Ihm benachbart wird eine Hotel in einer A-Form entstehen. Der eine Schenkel zieht sich die Bethmannstraße entlang, der andere entlang der Berliner Straße. Für dieses Hotel hat die OFD auch schon mit der Kette Motel One einen Betreiber gefunden. Dessen Gründer und Chef Dieter Müller sprach von einem exzellenten Standort „mittendrin“, die Zimmer sollen seinen Angaben zufolge zwischen 59 und 79 Euro kosten. „Wir beleben den Städtetourismus in Frankfurt“, versprach er.

          Überhaupt erhoffen sich alle Beteiligten durch die Kornmarkt-Arkaden eine Belebung der Innenstadt. Der Stadtraum werde aufgewertet, glaubt Bauherr Rhiel. Mit dem vorliegenden Konzept schütze man auch die Baudenkmäler. Bürgermeister Cunitz sprach von einer „mehr als tragfähigen Lösung“. Die Insellage des Areals werde aufgelöst. Nun hofft Architekt Engel nur noch, dass die Trennwirkung der Berliner Straße verringert wird.

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