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Aufsichtsrat als Minijobber : Fragwürdige Awo-Transaktionen

In anderer Rolle: Awo-Führungspersonal als Berater der Firma „Consowell“ auf der abgeschalteten Webseite. Bild: Screenshot F.A.Z.

Die Kreisverbände Wiesbaden und Frankfurt der Awo haben über das Unternehmen Somacon fragwürdige Transaktionen abgewickelt. In verantwortlichen Positionen: das Ehepaar Hannelore und Jürgen Richter.

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          Es ist ein folgenschwerer Beschluss, der im September 2006 in der Geschäftsstelle des Awo-Kreisverbandes Frankfurt gefasst wird. Der 50. Geburtstag von Jürgen Richter lag gerade zwei Tage zurück. Richter, der damals in Personalunion Geschäftsführer der Johanna-Kirchner-Stiftung und des Awo-Kreisverbandes Frankfurt sowie stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Wiesbaden ist, erhält eine weitere Position im Konzerngeflecht des Wohlfahrtsverbandes. Richter wird für die Awo Wiesbaden in den Aufsichtsrat der Social Management Consulting Limited berufen. Weitere Aufsichtsratsmitglieder sind Wolfgang Stasche, Vorsitzender der Awo Wiesbaden, sowie Erich Nitzling und Ottilia Altmann vom Vorstand der Awo Frankfurt.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Unternehmen firmiert unter dem Titel Somacon. Als Unternehmenszweck wird im Handelsregisterauszug „Beratung und Betrieb von sozialen Einrichtungen, mit Ausnahme von Steuer- und Rechtsberatung“ genannt. Der Firmensitz ist in Birmingham, die Rechtsform ist eine englische GmbH. Vorteile einer Limited Company sind unter anderem, dass sie unkomplizierter, schneller und kostengünstiger zu registrieren ist. Es ist kein Notar notwendig, und es sind auch nicht 25.000 Euro Stammkapital aufzubringen. Das im Companies House in Cardiff registrierte Unternehmen weist ein Stammkapital von 100 Britischen Pfund aus.

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