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Demos angekündigt : Pegida bald am Main?

  • -Aktualisiert am

Nicht nur in Dresden: Pegida-Anhänger schwenken Fahnen bei einer Kundgebung in Dresden. Aber auch in Kassel gab es erste Demos. Bild: Reuters

Bei Facebook sammeln sie sich: „Fragida“-Aktivisten, die auch in Frankfurt unter dem Dach der Pegida demonstrieren wollen. Aber auch Mitglieder der AfD machen sich dafür stark - mit eigener Webseite.

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          Im Internet formiert sich eine Gruppe, die die asyl- und islamkritischen Pegida-Proteste nach Frankfurt bringen möchte. Unter dem Titel „Fragida“ haben sich zwei Facebook-Gruppen gegründet, zudem gibt es eine Webseite mit dieser Adresse. Die Abkürzung steht für „Frankfurt gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Eine der Facebook-Gruppen brachte es bis zum Montag Abend auf gut 1800 Mitglieder. In den vergangenen Tagen haben Hunderte Facebook-Nutzer den „Gefällt-mir“-Button angeklickt, um ihre Unterstützung für die Idee zu signalisieren, in Frankfurt Kundgebungen zu organisieren. In Dresden demonstrierten wieder Tausende Pegida-Demonstranten.

          Die Internetadresse www.fragida.de hat sich ein Frankfurter AfD-Mitglied gesichert. Auf der Seite, deren Domain Hans-Peter Brill gehört, findet sich bisher wenig mehr als die 19 Pegida-Thesen in zum Teil leicht abgewandelter Form. Er stehe mancher Formulierung kritisch gegenüber, sagt Brill. Auch plane er mit vier Mitstreitern keinen „Spaziergang“, wie Pegida seine Kundgebungen nennt, sondern denke eher an eine Veranstaltung in einer Halle. So lasse sich besser kontrollieren, wer sich Fragida anschließe. „Wir wollen nicht missbraucht werden.“ Brill geht es nach eigener Aussage darum, Bürger ernstzunehmen, die Angst um Erreichtes haben, auch wenn manche Befürchtung übertrieben sein möge. Er trete unter anderem dafür ein, Flüchtlinge „heimatnah“ zu versorgen, also die Asylverfahren etwa in Nordafrika abzuwickeln, statt die Flüchtlinge nach Deutschland reisen zu lassen. Brill legt Wert darauf, nicht für die Frankfurter AfD zu sprechen, er hat kein Amt inne.

          Politiker in Sorge

          In den beiden Facebook-Gruppen stößt die Idee von „Fragida“ auf viel Gegenliebe. Gleichzeitig rufen allerdings andere Facebook-Nutzer zum friedlichen Widerstand gegen die aus ihrer Sicht „neurechte Bewegung Pegida“ auf. Innerhalb weniger Stunden hat die Seite „Fragida – ohne uns Frankfurter“ mehr als 1000 Unterstützer gefunden, die die Inhalte über das soziale Netzwerk geteilt haben. Ziel ist es nach Aussage der Initiatorin, Gegendemonstrationen zu möglichen „Fragida“-Kundgebungen auf die Beine zu stellen. „Wir bereiten uns sehr gut auf den Tag vor“, schreibt sie.

          Frankfurt wäre nicht die erste hessische Stadt, in der Kundgebungen unter dem Dach von Pegida stattfinden. Zu den Protesten in Kassel waren in den vergangenen Wochen aber weniger als 100 Demonstranten gekommen. Beobachtern zufolge waren darunter auch hessische Rechtsradikale. Manche der Ordner in Kassel haben demzufolge auch die Hooligan-Demonstration gegen Salafismus in Köln und Hannover mitorganisiert.

          Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte schon am Wochenende seine Sorge über die Pegida-Demonstrationen geäußert. Er sei sich nicht sicher, ob alle, die etwa zu Tausenden in Dresden demonstriert hatten, wüssten, welche Organisatoren dahintersteckten. Scharfe Kritik an der Bewegung übte Jürgen Micksch, der Vorsitzende des in Darmstadt ansässigen Interkulturellen Rates in Deutschland. „Die Anführer dieser Demonstrationen sind keine Patrioten, sondern Rassisten, die Menschenrechte in Frage stellen und Minderheiten diskriminieren.“ Es sei allerdings falsch, alle Teilnehmer der Demonstrationen als Rassisten zu bezeichnen. Viele von ihnen hätten Ängste, die sie auf Minderheiten projizierten. Die große Mehrheit der Bevölkerung befürworte Demokratie und Menschenrechte.

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