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„NSU 2.0“ : Woher stammen die heiklen Daten?

Die Ermittlungen dauern an: Das Landeskriminalamt hat seine ersten Einschätzungen noch nicht bestätigt. Bild: dpa

Drei Monate nach der Festnahme des mutmaßlichen Verfassers der „NSU 2.0“-Drohschreiben sind noch immer Fragen offen. Wie der Mann an die persönlichen Daten der Empfänger der Schreiben kam, ist unklar.

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          Drei Monate ist es her, dass die Polizei die Wohnung des Mannes gestürmt hat, der die rechtsextremen Drohschreiben mit der Unterschrift „NSU 2.0“ verfasst haben soll. Alexander M., ein 53 Jahre alter Berliner, arbeitslos. Einer, von dem die Ermittler sagen, es gebe nicht nur handfeste Hinweise darauf, dass er die Briefe verfasst habe. Auch seine Persönlichkeit deute darauf hin. Er wird beschrieben als jemand, in dem sich Größenwahn mit beachtlicher krimineller Energie verbinde.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wohl auch deshalb, so vermuten die Ermittler, habe er sich so lange in Sicherheit gewähnt. Hat über zwei Jahre lang mutmaßlich Dutzende Schreiben abgesetzt, eines schlimmer als das andere, mit expliziten Drohungen und Schilderungen, was er seinen Opfern antun wolle. Die Opfer waren fast ausschließlich Frauen, entweder mit Migrationshintergrund oder der Linkspartei angehörig. Die prominentesten unter ihnen waren die Linken-Abgeordnete Janine Wissler und die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz, die das erste und danach immer weitere Schreiben erhielt. Dennoch kamen die Ermittler des Hessischen Landeskriminalamtes (LKA) Alexander M. auf die Spur. Inzwischen sind sie überzeugt, dass er der Urheber ist.

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