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Fototapeten fürs Homeoffice : Schöner Schein

Zeig mir, wie du wohnst: Mit einer Fototapete lässt sich Eindruck machen. Bild: Rebel Walls

Seit das Büro wegen der Corona-Krise in die eigenen vier Wände verlegt wurde, stellt sich die Frage nach dem passenden Hintergrund. Mit einer Fototapete kann der richtige Eindruck vermittelt werden.

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          Seit Millionen Menschen im Homeoffice arbeiten, haben sie ein bis dato ungeahntes Problem: Wie sehen einen nun die Kollegen und Chefs? Der teure Anzug kommt bei Billigwebcams leider nicht zur Geltung. Erfolgversprechender für die Selbst-Darstellung indes ist die Kulisse, vor der man sich zur Videokonferenz plaziert.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die weitaus meisten Arbeitnehmer haben das offenbar nicht erkannt. Sie sitzen meist in einem vollgestellten Abstellraum, der zum Heimbüro umfunktioniert worden ist, im Hintergrund Kisten, Bücher und das Bügelbrett. Manch einer hockt im Schlafzimmer, weil die Familie das Wohnzimmer okkupiert. Doch Vorsicht. Der Ort könnte signalisieren: Nach diesem Gespräch lege ich mich gleich wieder hin.

          Professionell wirken mit einer Fototapete

          Natürlich gibt es bereits einige technische Lösungen: Bei der Konferenzsoftware Skype lässt sich der Hintergrund weichzeichnen, bei Zoom sogar gegen virtuelle Bilder austauschen. Aber erstens fällt das auf, zweitens sieht es wenig professionell aus und drittens deutet es darauf hin, man habe etwas zu verbergen – und wenn es nur die eigene Unordnung ist.

          Die beste Lösung ist darum eine Fototapete. Natürlich nicht die Billigpalmen, wie sie in den Siebzigern in keiner Wohnung fehlen durften. Sondern eine, die sagt: Ich habe Geschmack. Die Auswahl ist inzwischen riesig: Warum nicht eine, die einen Fensterblick in einem Großstadtloft simuliert („Loft View“ bei Tapetenshop.de)? Oder eine, die aus dem kleinen Neubau den barocken Treppensaal eines alternden Landsitzes macht („Staircase“ bei Rebelwalls.com)? Ein Tannenwald im Nebel („Shinrin-Yoku“, Rebelwalls) ist auch nicht zu verachten. Wer es abstrakt mag, findet scheinbare 3D-Skulpuren aus Quadern und Kugeln („Theater of Illusion“ bei Artgeist.de).

          Hochpreisige Kulisse

          Die Preise sind natürlich höher als für Rauhfasertapeten, pro Quadratmeter hochwertiger Fototapete werden im Schnitt 30 bis 50 Euro verlangt, für eine einzelne 3-Meter-Wand ergibt das also mitunter 450 Euro. Aber derzeit gibt es ja ohnehin wenig, wofür man das Geld sonst ausgeben könnte. Warum nicht etwas zum Eindruck-Machen?

          Einen Nachteil haben allerdings auch diese Tapetenkulissen. Sie könnten dem Chef signalisieren, sein Mitarbeiter sei finanziell bestens gestellt und es gehe in der nächsten Runde auch mal ohne eine Gehaltserhöhung.

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