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Fotograf Régis Bossu : Inniger Bruderkuss

Régis Bossus historisches Bild: Der innige Bruderkuss zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker. Bild: Régis Bossu

Das berühmteste Foto von Régis Bossu wurde unzählige Male auf T-Shirts und Poster gedruckt. Der Fotograf aus Griesheim bei Darmstadt hat Zeitgeschichte festgehalten – und geschrieben. Nun zeigt eine Ausstellung sein Schaffen.

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          „Es war ein glücklicher Moment“, sagt Régis Bossu einfach. Überhaupt neigt er dazu, sein eigenes Zutun etwas herunterzuspielen und Glück, Zufall, dem Schicksal vielleicht seinen Erfolg zuzusprechen. Dabei ist er der Mann, der auf Mauern und Bäume geklettert ist, der von Rebellen in Afrika eingebuchtet wurde und mittendrin Demonstranten in Mutlangen und Gorleben fotografiert hat. Einmal traf ihn ein Stein, der den Polizisten zugedacht war, ins Gesicht, er verlor zwei Zähne.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Den körperlichen Einsatz hat der zierliche Bossu nie gescheut. Im Hubschrauber über Teheran hinweg zu den Trauerdemonstrationen für Khomeini, auch dieses Foto, Millionen Iraner auf der Straße, ging um die Welt, wie der Mann mit dem Victory-Zeichen auf der Berliner Mauer. Viele seiner Fotos sind ins Bildgedächtnis eingegangen. „Es wurde viel gedruckt“, sagt Bossu einfach. Und er hat viel fotografiert: Erst nebenbei, als Siebdrucker, später Laborant bei der amerikanischen Armee, dann vor allem für die Armee-Tageszeitung „Stars and Stripes“, später als freier Fotograf. Bis er 1974 das geradezu aberwitzige Chaos am mit Telefonen überladenen Handelstisch eines Frankfurter Devisenhändlers aufnahm – seine „Eintrittskarte“ für die renommierte Pariser Agentur Sygma.

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