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Forschung in Corona-Zeiten : Das Virus macht die Wissenschaftler kreativ

Zutritt nur für Mitarbeiter: Das Institut für Virologie der Uni Marburg ist wie viele andere Hochschulgebäude für den Publikumsverkehr geschlossen. Bild: Maximilian von Lachner

Ob Warn-App oder Homeschooling-Studie: Die Corona-Krise inspiriert Forscher zu vielen Projekten. Andere Auswirkungen auf die Wissenschaft sind weniger erfreulich.

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          Kurvendiskussionen sind in Corona-Zeiten nicht nur für Mathematiker spannend. Wer sich selbst an der Interpretation von Infektions- und Sterblichkeitsdiagrammen versuchen will, kann im Internet den „Goethe Interactive Covid-19 Analyzer“ aufrufen: Wissenschaftler der Universität Frankfurt haben die Website entwickelt, auf der sich Fallgrafiken aus aller Welt kombinieren und vergleichen lassen. Die Optik der englischsprachigen Seite ist zwar spartanisch, und von der Google-Übersetzung ins Deutsche lässt man besser die Finger, einen nützlichen Service bieten die Physiker Fabian Schubert und Claudius Gros aber auf jeden Fall.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Pandemie inspiriert Forscher an den Hochschulen fast täglich zu neuen Projekten. Sozialwissenschaftler der Goethe-Uni studieren die Folgen von Homeschooling und Kontaktbeschränkungen, Informatiker der TU Darmstadt entwickeln eine Corona-Warn-App, Ökonomen der Uni Mainz belegen mit Computermodellen den Nutzen der Maskenpflicht. Der Kreativitätsschub hat alle Disziplinen erfasst, die auf irgendeine Art die Auswirkungen der Corona-Krise in den Blick nehmen können. „Die Umfrageforschung erlebt an der Goethe-Universität gerade ein Hoch. Da eröffnen sich ungeahnte Potentiale“, sagt Rolf van Dick, Sozialpsychologe und Uni-Vizepräsident. Seine Amtskollegin Martina Klärle von der Frankfurt University of Applied Sciences berichtet Ähnliches für die Fachgebiete Architektur und Ingenieurwissenschaften. Die Kollegen dort befassten sich nun zum Beispiel damit, wie die Hygiene in Gebäuden verbessert werden könne und was der Trend zum Homeoffice für die Stadtplanung bedeute.

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