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Keime in Wurst : Foodwatch scheitert vor Gericht wegen Liste von Wilke-Produkten

  • Aktualisiert am

Verbraucherschützer beklagen beim Thema Lebensmittelsicherheit strukturelle Defizite. Bild: dpa

Keime in Produkten des Wurstherstellers Wilke sollen für den Tod mehrerer Menschen verantwortlich sein. Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert eine vollständige Liste aller Abnehmer des Unternehmens und scheitert damit vor Gericht.

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          Nach mehreren Todesfällen, die in Verbindung stehen mit verunreinigten Wurstwaren der Firma Wilke, hat die Verbraucherorganisation Foodwatch die Veröffentlichung einer Liste aller möglichen Abnehmer des Unternehmens gefordert.

          Der hessische Landkreis Waldeck-Frankenberg sollte zur Auskunft über sämtliche Abnehmer der vom Rückruf betroffenen Produkte verpflichten werden. Ein entsprechender Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Kassel ist nun jedoch gescheitert. Begründet wurde die Ablehnung damit, dass der Verbraucherorganisation die angeforderten Informationen nicht zustünden. Es bestünde demnach kein Auskunftsanspruch.

          Laut einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) starben 2018 drei Menschen aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt an einer Infektionen mit dem Listerienstamm Sigma1. Durch die Untersuchung des RKI und einen Abgleich des Bundesinstituts für Risikobewertung „konnte ein Zusammenhang von Sigma1 zu Wilke bestätigt werden“, sagte eine Sprecherin des hessischen Umweltministeriums. Der Keimstamm konnte demnach bei den Patienten und in Wilke-Produkten nachgewiesen werden. Foodwatch warf Wilke und den Behörden „schwere Versäumnisse“ beim Krisenmanagement vor.

          Hessens Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat vor einigen Tagen zumindest eine Liste der bekannten Großabnehmer von Wilke veröffentlicht. Zu diesen zählen:

          • Haus am Eichfeld
          • Metro Chef
          • Service Bund-Servisa
          • CASA
          • Pickosta
          • Sander Gourmet
          • Rohloff Manufaktur
          • Schnittpunkt
          • Korbach
          • ARO
          • Findt
          • Domini

          Welche kleineren Betriebe, wie beispielsweise Kantinen, Wilke-Produkte im Anschluss verarbeiteten, ist jedoch nach wie vor nicht vollständig bekannt. Eine solche Liste wollte Foodwatch vor Gericht erstreiten.

          Der Wursthersteller im hessischen Twistetal-Berndorf war vor über einer Woche geschlossen worden. Immer wieder waren Verunreinigungen mit Keimen in Produkten festgestellt worden. Listerien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein.

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