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Folgen des Klimawandels : „Eine Katastrophe für Waldbesitzer“

Kahlschlag: Die Trockenheit hat auch im Usinger Wald schlimme Folgen. Bild: Marcus Kaufhold

Trockenheit und Borkenkäfer setzen dem Wald zu. Der Usinger Förster erklärt, warum manchmal tote Fichten stehen bleiben und Nichtstun eine Option ist.

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          Zum Keller geht es, anders, als man erwarten würde, ein Stück bergauf. Am Sportplatz des Usinger Stadtteils Wernborn hat sich Karl-Matthias Groß einer kleinen Gruppe angeschlossen und steht jetzt in der gleichnamigen Waldabteilung, die natürlich nichts mit einem Keller zu tun hat. Mit einem Wald aber auch nicht. Unterhalb des Wegs öffnet sich eine große, freie Fläche. „Die Leute fragen immer noch, warum es so viel Kahlschlag gibt“, sagt der Förster der Stadt Usingen und wundert sich. „Das ist doch nun wirklich seit 2018 in den Medien.“ Angefangen hat es mit Sturm Friederike im Januar 2018, dann kamen zwei viel zu trockene Jahre und damit beste Bedingungen für den Borkenkäfer.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Die Unterart der Rüsselkäfer hat auch im „Keller“ ganze Arbeit geleistet. „Dabei ist das die Ostseite und der Unterhang eigentlich recht kühl und schattig“, sagt Groß. Aber die Trockenheit und die Überpopulation führten dazu, dass der Borkenkäfer keine Grenzen mehr kenne. Die Folgen sind nicht nur im Taunus zu sehen. „Für die Waldbesitzer ist das keine Krise mehr, sondern eine Katastrophe“, sagt der Förster. Er muss noch mehr erklären, wenn er auf Waldbesucher stößt. Dass die Vollernter auch an einem nassen Wochenende ihre Furchen ziehen. Oder nach einigen Tagen Trockenheit die Eschbacher Klippen rücksichtslos einstauben. Und die Wege im Wald eigentlich für dessen Bewirtschaftung angelegt worden sind und nicht zum Wandern.

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