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Folgen der Dürre : Jeder Regentropfen zählt

Verregnete Skyline: In Frankfurt sollte man das Wetter besser überdacht genießen. Bild: dpa

Sturmtief Heinz sorgt in Hessen für ein regenreiches Wochenende. Doch die Wunden, die die extreme Dürre des vergangen Jahres verursacht hat, heilen nur langsam.

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          Der Frühling zeigt sich in Hessen derzeit von seiner nassen und kalten Seite. Wer am Wochenende Ausflüge an die frischen Luft plant, sollte besser auf wetterfeste Kleidung vertrauen. Denn Sturmtief Heinz sorgt für niedrige Temperaturen und vor allem viel Regen.

          Alexander Davydov

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch nach den extrem trockenen Monaten im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres sind Meteorologen derzeit für jeden Tropfen Wasser dankbar. Laut Karsten Friedrich, Hydrologen für den Deutschen Wetterdienst, sind die Auswirkungen der niederschlagsarmen Monate noch deutlich zu spüren: „Der Regen im Dezember und Januar und jetzt im März hat noch lange nicht gereicht, um die Schäden auszugleichen.“

          Immerhin gibt es derzeit aber eine positive Bilanz bei den heimischen Stauseen. Die Edertalsperre ist mit mehr als 90 Prozent Füllung sogar etwas über den Durchschnitt der vergangenen Jahre. Auch die Kapazität der Niddatalsperre, die im vergangen Jahr saniert werden musste, ist wieder zu etwa 60 Prozent ausgelastet. Einziger Wermutstropfen bleibt, dass sich angesichts der grauen Wettervorhersage wohl ohnehin wenige Spaziergänger in die beiden Naherholungsorte verirren werden.   

          Anders sieht es auf Hessens Feldern aus. Denn die vergangenen Monate haben tiefe Spuren im Boden hinterlassen. So hat der Hessische Bauernverband einen deutlichen Rückgang in der Weizenernte verzeichnet. Auf einer Fläche von etwa 154.500 Hektar seien insgesamt 1,1 Millionen Tonnen Winterweizen geerntet worden – etwa zehn Prozent weniger als in den vergangenen Jahren. Auch Obstbauern mussten Ausfälle von bis zu 50 Prozent hinnehmen. Über eine gute Ernte konnten sich dagegen Winzer im Rheingau freuen.

          Grundwassersituation bleibt angespannt

          In Sachen Grundwassersituation gibt das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie noch keine Entwarnung. Über zehn Monate hinweg habe die andauernde Trockenheit für einen unterdurchschnittlichen Wasserstand bei vielen Quellen gesorgt. Zwar hätten Niederschläge zu einer Verbesserung geführt, doch für eine Trendwende seien weitere in den kommenden Wochen dringend notwendig.

          Auch Wälder benötigen dringend mehr vom kostbaren Nass. Wie ein Sprecher von Hessen Forst FAZ.NET sagte, sind 2018 nur an zwei Monate überdurchschnittlich hohe Niederschläge verzeichnet worden. Das führe zu einem hohen Defizit im Wasserspeicher des Waldbodens. Um diesen auszugleichen, müsse es noch über mehrere Monate hinweg vermehrt regnen.

          „Die Folgen der Dürre werden uns noch dieses Jahr beschäftigen“, sagte der Sprecher. Denn das extreme Wetter habe die Abwehrmechanismen der Bäume geschwächt und perfekte Bedienungen für Holzschädlinge wie den Borkenkäfer geschaffen. In diesem Jahr sei man um Schadensbegrenzung bemüht und werde betroffene Bäume umgehend fällen. Eine weitere Dürreperiode wäre für die Wälder aber eine Katastrophe. Insgesamt bleiben die Aussichten trotz der dunklen Wolken am Himmel auch weiterhin angespannt.

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