https://www.faz.net/-gzg-a26af

Nach Corona-Zwangspause : Jugendherbergen kämpfen ums Überleben

Regelkunde: Am Buffet in Wiesbaden müssen Herbergsgäste eine Maske tragen. Bild: Marcus Kaufhold

Gut 80 Prozent weniger Umsatz wegen der Corona-Krise, keine Schulklassen bis Februar 2021 – die 33 Jugendherbergen in Hessen stehen vor tiefen Einschnitten.

          4 Min.

          Die Krise der hessischen Jugendherbergen verschont nicht einmal das Zentrum der Hausmacht. Wegen der Corona-Pandemie und der dadurch fehlenden Einnahmen sind die Kassen so leer, dass der gemeinnützige Trägerverein der 31 eigenen und zwei Partner-Herbergen in Hessen zum Jahresende seine Frankfurter Geschäftsstelle aufgeben muss. Das spart rund 50.000 Euro Miete im Jahr. Um die Geschäfte weiterführen zu können, ziehen die Mitarbeiter in ein Stockwerk der Bad Homburger Herberge. Der Vorstandsvorsitzende Timo Neumann sagt: „Das ist schon ziemlich einschneidend.“

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eigentlich war der Verein auf einem guten Weg. Acht Millionen Euro hatte er in den vergangenen Jahren gespart, wie Neumann sagt. Mit dem Geld sollten die maroden Herbergen in Marburg – ein Premiumstandort – und in Rüdesheim neu gebaut sowie das Haus in Wetzlar grundsaniert werden. Doch daran ist jetzt nicht mehr zu denken. Seit dem Lockdown Mitte März ist der Umsatz derart eingebrochen, dass die Investitionssumme nach und nach aufgezehrt wird, um eine Insolvenz zu vermeiden. Etwa die Hälfte des Geldes ist schon weg. Neumann schätzt, dass die übrigen vier Millionen Euro bis Mai 2021 dahingeschmolzen sein werden. Dabei war der Investitionsstau schon vor der Corona-Krise auf den gigantischen Betrag von 75 Millionen Euro geschätzt worden.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

          Militärmanöver : Plant China einen Angriff auf Taiwan?

          Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.
          Fährt dem Erfolg entgegen: Primoz Roglic bei der Tour de France

          Roglic vor Tour-de-France-Sieg : Verblüffend und verdächtig

          Primoz Roglic und sein Team Jumbo-Visma sind die prägenden Kräfte der diesjährigen Tour de France – den ganz großen Triumph dicht vor Augen. Das wirft eine Frage auf: Was macht den Slowenen so stark?
          Mit Atemschutz-Maske hinter der Wärmebildkamera.

          Corona und die Zweifler : Der Tod ist nicht alles

          Wo ist die Evidenz, fragen Corona-Skeptiker: Die Verharmlosung der Katastrophe trifft längst nicht nur Wissenschaftler ins Mark. Hinter den Sterbeziffern türmt sich eine unvorstellbare Krankheitslast.