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„Fokus Teodor Currentzis“ : Delikat bis heißspornig

  • -Aktualisiert am

Im Fokus: Teodor Currentzis mit dem Orchester Musica aeterna in der Alten Oper Frankfurt Bild: dpa

Unter der Leitung von Teodor Currentzis spielt das Orchester Musica aeterna Beethoven und Mozart zwar auf historischen Instrumenten, aber in den modernen räumlichen Weiten des Großen Saals der Alten Oper Frankfurt.

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          Wie widersprüchlich es ist, ein Klavierkonzert Beethovens zwar auf historischen Instrumenten aufzuführen, vor allem auf einem fein und delikat intonierenden Hammerflügel, das Ganze aber in den modernen räumlichen Weiten des Großen Saals der Alten Oper Frankfurt stattfinden zu lassen, wurde beim Auftritt des russischen Pianisten Alexander Melnikov mit dem Orchester Musica aeterna und dessen Leiter Teodor Currentzis deutlich.

          Melnikovs Spiel jedenfalls war in der Aufführung von Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op. 37 schon in Parkettreihe zwölf mehr zu ahnen als wirklich zu hören. So viel allerdings: Mit klammem Blick in die Noten und zahlreichen Grifffehlern schöpfte er das Farbspektrum des historischen Instruments bei weitem nicht aus. Das vor 14 Jahren von Currentzis, in dieser Saison Fokus-Künstler der Alten Oper, in Nowosibirsk gegründete Orchester begleitete so verhalten wie möglich, obwohl es in der weiteren Auseinandersetzung mit Werken der Wiener Klassik einen Ansatz des permanenten Stürmens und Drängens verfolgte.

          Stampfendes und heißsporniges Dirigat

          Wolfgang Amadeus Mozarts direkt vor die Konzertpause verschobene Ouvertüre zur Oper „Le Nozze di Figaro“ spielte das Orchester jedenfalls so drängend und behende, dass die Publikumssympathien in diesem Pro-Arte-Konzert gleich sehr viel deutlicher hervortraten. Das gilt umso mehr für die Aufführung von Beethovens Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92, die neben etlichen Showelementen wie dem stampfenden und heißspornigen Dirigat von Currentzis und der Mitwirkung eines elastisch mitdirigierenden Konzertmeisters auch manche interessanten Gedanken vermittelte, zum Beispiel zur Phrasierung im Trauermarsch des zweiten Satzes oder zum durchgehenden Vorrang des Rhythmischen in diesem Werk.

          Die schummrigen Streicherstimmen am Ende des Finalsatzes waren gewiss ein Tribut an die historische Aufführungspraxis; die starken Ovationen schlossen auch die vielfach fehlintonierenden Fagott- und Hornstimmen mit ein.

          Das nächste Konzert der Reihe „Fokus Teodor Currentzis“ folgt am 15. Mai von 20 Uhr an mit Ausschnitten aus Opern von Rameau.

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