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Vorfall beim Einparken : Flugzeuge berühren sich auf Vorfeld „sehr selten“

Obacht: Auch beim Ein- und Ausparken müssen Flugkapitäne aller Linien sehr aufmerksam sein, obwohl es streng geregelt ist Bild: dpa

Noch ist unklar, wieso sich zwei große Jets am Samstag auf dem Frankfurter Flughafen am Boden touchiert haben. Dass es trotz aller Regeln zu einer Berührung kommen kann, wird angesichts der Größe der Flugzeuge nachvollziehbarer.

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          Wie genau es am Samstagabend zu der Berührung zweier Flugzeuge am Flughafen in Frankfurt gekommen ist, wird derzeit noch von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen in Braunschweig rekonstruiert. Dazu werden die Sprachaufzeichnungen aus den Cockpits der Maschinen von Air Namibia und Korean Air sowie die Aufzeichnungen aller Flugdaten auswerten. Die Datenrekorder, die in jedem Flugzeug installiert sind, registrieren jeden Stop und jede Veränderung der Geschwindigkeit. Die liegt am Boden zwischen zehn und 20 Knoten, auf längeren Rollwegen bei maximal 30 Knoten. Umgerechnet sind das zwischen 18 und 56 Kilometer je Stunde.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Die Aufzeichnungen werden auch Auskunft darüber geben, ob die Piloten den Anweisungen der Lotsen gefolgt sind. Unmittelbar nach der Landung müssen die Piloten in der Regel an einem Rollhaltepunkt warten, bis sie von einem Rollverkehrslotsen die Freigabe zum Weiterrollen erhalten. Dabei geht in Frankfurt die Kontrolle des jeweiligen Fluges von den Lotsen der Flugsicherung in Langen auf die der Frankfurt Apron genannten Vorfeldkontrolle über. Dazu gehört auch ein Wechsel der Funkfrequenz. Der Flugzeugführer chauffiert seinen Maschine also nach der Landung nicht nach eigenem Gutdünken zur Parkposition, er wird vielmehr ständig instruiert.

          Viele technische Hilfen

          Dass es dennoch hier und da zu einer Berührung wie jener am Samstagabend kommen kann, wird noch nachvollziehbarer, wenn man die Maße der Flugzeuge bedenkt. Die beteiligten Maschinen vom Typ Boeing 777 und Airbus 330 sind – je nach Version – mindestens knapp 64 Meter lang und haben eine Flügelspannweite zwischen 60 und mehr als 70 Metern. Den Piloten stehen zwar viele technische Hilfen zur Verfügung, auf dem Vorfeld in Frankfurt geht es aber oft sehr eng zu. Berührt haben sich den Schilderungen zufolge am Samstag die Spitze des Höhenleitwerks am Heck der einen und die Winglet genannte, abgewinkelte Flügelspitze der anderen Maschinen.

          In einem früheren Fall hatte im Jahr 2008 ein Airbus A340 aus Teheran beim Rollen zum Gate mit einem Triebwerk einen Passagier-Bus touchiert. Auch dabei hatte es keine Verletzten gegeben, es war aber erheblicher Schaden entstanden. Die Kollision hatten Pilot und Copilot dem Unfallbericht der Braunschweiger Fachleute damals zunächst gar nicht bemerkt, weil sie im selben Moment wegen eines auf sie zufahrenden Follow-Me-Fahrzeugs eine Vollbremsung durchführen mussten. Den Bus hatte der in Frankfurt beheimatete Pilot zuvor zwar gesehen, er hatte aber offenbar nicht damit gerechnet, dass er ihn beim starken Einlenken in Richtung Gate touchieren könnte. „Blechschäden“ wie dieser von 2008 oder jener vom Samstag kommen nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport „sehr selten“ vor.

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