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Flugsicherheit : Frankfurter Flughafen: Weiter lange Wartezeiten für Passagiere

Hektik: Besonders an den Wochenenden vor Feiertagen wie Ostern stauen sich an den Kontrollstellen die Reisenden. Um den Flug nicht zu verpassen sind viele Passagiere in Eile. Bild: Helmut Fricke

Die Lufthansa sieht in den langen Wartezeiten am Flughafen vor allem ein Frankfurter Problem. In vergleichbaren deutschen Städten komme es zu keinen Verzögerungen.

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          Auch in den nächsten Tagen müssen sich Reisende am Frankfurter Flughafen auf deutlich längere Zeiten bei der Abfertigung und den Sicherheitskontrollen einrichten. Darauf wiesen abermals Betreiber Fraport und die Lufthansa hin. Der Wunsch vieler Reisenden, an Ostern in die Ferne zu fliegen, wird zu einem ähnlichen Ansturm wie am vergangenen Wochenende führen. Der Karfreitag gilt als Hauptreisetag. Am vergangenen Samstag hatten zum Teil chaotische Verhältnisse in den Terminals geherrscht. Unterdessen haben Fluggesellschaften ihre Kritik an dem Abfertigungsprozedere in Frankfurt verstärkt.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte auf Anfrage, dass am vergangenen Wochenende einige Passagiere aufgrund der langen Wartezeiten vor allem beim Sicherheitscheck ihre Maschine verpassten; viele Kunden hätten sich zudem über die langen Schlangen vor den Kontrollstellen beschwert. Lufthansa sieht darin vor allem ein Frankfurter Problem; an den Flughäfen in München oder Düsseldorf sei es, trotz gleichfalls großen Andrangs, nicht zu diesen langen Verzögerungen in den Abläufen gekommen. Wie ein Sprecher der Bundespolizei gestern sagte, bleibt die Situation schwierig. Es gebe noch immer nicht ausreichend Personal, um die vielen Reisenden, die sich seit dem Wochenende vor den Kontrollen stauten, zügig zu kontrollieren.

          Grippewelle sorgt für einen Engpass

          Wie berichtet, hatte der Flughafenbetreiber Fraport Reisende aufgefordert, zwei bis drei Stunden vor der geplanten Abflugzeit am Flughafen zu sein, um sicherzugehen, dass die Passagiere pünktlich durch die Kontrolle gelangen. Zudem solle Handgepäck, wenn möglich, aufgegeben werden. Die lange Wartezeit hatte Fraport damit begründet, dass es derzeit wegen der Grippewelle einen ungewöhnlich hohen Krankenstand unter den Dienstleistern gebe, die mit den Kontrollen befasst seien.

          Die Zahl der Krankmeldungen ist jedoch nicht allein ursächlich für die langen Wartezeiten. Die Bundespolizei sieht „vielschichtige Faktoren“. So mache sich vor allem der Zuwachs bei den Passagierzahlen verstärkt bemerkbar. „Viele Reisende nutzen erfahrungsgemäß in der Oster-reisezeit die Flughäfen verstärkt“, sagte ein Sprecher. Auch die Menge an Handgepäck habe sich erhöht. Die privaten Sicherheitsdienstleister unternähmen „umfangreiche Anstrengungen, um den Anforderungen in der Sicherheitskontrolle aufgrund der gestiegenen Passagierzahlen gerecht zu werden“.

          Inwiefern auch strukturelle Mängel für die außergewöhnlich langen Wartezeiten verantwortlich sind, wollte die Bundespolizei gestern nicht kommentieren. Dem Vernehmen nach klagen die Beamten jedoch schon seit längerem, dass die 174 Kontrollstellen, die es in den beiden Terminals gibt, in den Hauptreisezeiten längst nicht mehr ausreichen. Bei hohem Passagieraufkommen stoße der Flughafen räumlich an seine Grenzen. Es gebe ein „Kapazitätsproblem“, das dazu führe, dass auch bei voller Personalbesetzung die Kontrollen zu lange dauerten. Aber selbst wenn es mehr Kontrollstellen gäbe, dann fehle es weiterhin an Personal.

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