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Provinzflughafen in Not : Nur noch ein Bieter für den Hahn

  • Aktualisiert am

Könnte an ein deutsch-chinesisches Konsortium gehen: Flughafen Frankfurt-Hahn Bild: dpa

Der Nebel hat sich gelichtet, auch wenn der Flughafen Hahn noch nicht verkauft ist. Rheinland-Pfalz verhandelt nur noch mit einem Bieter. Der hat schon länger Interesse.

          Nur noch ein Anbieter ist für den Verkauf des defizitären Flughafens Hahn im Rennen: die pfälzische Firma ADC und ihr chinesischer Partner HNA. „Nach der eingehenden Bewertung der finalen Angebote der drei verbliebenen Bieter durch das Wirtschaftsberatungsunternehmen Warth & Klein Grant Thornton unter Federführung von Professor Martin Jonas werden wir mit ADC/HNA in abschließende Verhandlungen eintreten“, teilte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag in Mainz mit.

          Mit der ADC GmbH aus Deidesheim und der Luftverkehrsgruppe HNA wird nun mit dem Ziel eines Kaufvertrags weiterverhandelt. Der Airport im Hunsrück gehört zum großen Teil Rheinland-Pfalz und zu einem kleinen Teil Hessen. Der erste Verkaufsversuch an ein chinesisches Unternehmen war im Sommer 2016 spektakulär gescheitert. Damit sind das US-chinesische Konsortium Henan American Machinery und die kasachische MG Holding aus dem Rennen. Nötig ist für einen Abschluss unter anderem noch eine Abstimmung mit der EU-Kommission für wettbewerbsrechtliche Vorgaben.

          Die ADC begrüßte die Entscheidung. „Wir haben das erhofft und auch ein bisschen erwartet, weil wir denken, dass wir das für den Flughafen sinnvollste und nachhaltigste Konzept haben“, sagte ADC-Geschäftsführer Siegfried Englert der Deutschen Presse-Agentur. Er ist ein ehemaliger rheinland-pfälzischer Wirtschaftsstaatssekretär. Die ADC sei sehr daran interessiert, den Flugbetrieb auf dem Hahn weiterzuentwickeln. „Wenn wir das jetzt zu einem positiven Abschluss bringen, könnte das zu einem guten Ende kommen, auch für die Region.“

          Der Verkauf an die Shanghai Yiqian Trading (SYT) war im Juli 2016 geplatzt, weil das chinesische Unternehmen mit einer Teilzahlung für Grundstücke im Verzug war und laut Ministerium einen gefälschten Bankbeleg vorgelegt hatte. Die frühere Beratergesellschaft KPMG hatte für den Verkauf grünes Licht gegeben. Sie hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vorgeworfen, dass sie auf die Gesellschaft Zeitdruck ausgeübt und sich über Bedenken hinweggesetzt habe. Dreyer hatte Fehler eingeräumt, aber den Vorwurf zurückgewiesen, persönlich Zeitdruck ausgeübt zu haben. Im Juli überstand sie im Landtag ein Misstrauensvotum der CDU-Opposition.

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