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Flughäfen in der Pandemie : Lückenhafter Schutz vor Mutanten

  • -Aktualisiert am

Durch diese hohle Gasse: Am Flughafen kontrollieren Bundespolizisten Reisende, die aus Hochrisikogebieten nach Frankfurt kommen. Bild: Maximilian von Lachner

Der Flughafen könnte ein Einfallstor für Coronavirus-Varianten sein. Denn die Quarantäne wird dort so gut wie nicht überwacht.

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          Jeden Tag kommen etwa 70 bis 110 Menschen aus sogenannten Virusvariantengebieten am Frankfurter Flughafen an. Es sind Rückkehrer aus Indien, Brasilien und Südafrika. Als Virusvariantengebiet bezeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) Länder und Regionen, in denen von Mutationen des Coronavirus ein besonderes Risiko ausgeht. Mittlerweile muss jeder, der in ein Flugzeug steigt, einen negativen Corona-Test vorweisen können. Das war nicht immer so. Im Januar, als die Fluggesellschaften noch Ungetestete befördern durften und auf die Eigenverantwortung der Passagiere vertraut wurde, griff die Bundespolizei viele Einreisende am Flughafen auf, die keinen negativen Test vorlegen konnten. Nun gibt der Sprecher der Bundespolizei Entwarnung. Derlei Fälle würden nur noch vereinzelt auftreten, genauere Angaben wolle er derzeit nicht machen.

          Doch um die Einschleppung von Mutanten zu verhindern, will man sich nicht allein auf Tests verlassen. Einreisende aus Virusvariantengebieten werden verpflichtet, nach ihrer Ankunft in Frankfurt in Quarantäne zu gehen; ob sie das wirklich tun, kann nach Angaben eines Epidemiologen des Frankfurter Gesundheitsamts aber nur „sporadisch“ überprüft werden. Sicher ist jedoch, dass der Quarantäneort zumindest von einigen mit dem öffentlichen Nahverkehr angesteuert wird, wodurch eine Infektion für andere nicht ausgeschlossen werden kann. Denn der Zeitraum, der zwischen der Testung der Rückkehrer und ihrer Ankunft in Frankfurt liegt, kann laut den gesetzlichen Vorgaben mehr als zwei Tage betragen. Viel Zeit, in der eine unerkannte Infektion ansteckend werden kann. Denn Reisende dürfen mit einem 48 Stunden alten Corona-Test auf der anderen Seite der Erde einchecken und nach einem mehrstündigen Flug und möglichen Umstiegen in Frankfurt landen.

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