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Mengerskirchen : Flüchtlingsheim mit Schweineabfällen besudelt

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Zwei Mal zur Zielscheibe geworden: Die Containerunterkunft für Flüchtlinge in Hofheim am Taunus. Bild: dpa

Vor einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Mengerskirchen legen Unbekannte Schlachtabfälle von Schweinen aus. Wände werden mit roter Farbe beschmiert. Es ist nicht die einzige Tat dieser Art in Hessen.

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          Mit Schweineköpfen, Schweinschwänzen und Schmierereien ist eine geplante Flüchtlingsunterkunft im mittelhessischen Mengerskirchen im Kreis Limburg-Weilburg beschmutzt worden. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat nicht aus. Staatsschutz und Staatsanwaltschaft ermitteln. Bislang gebe es aber noch keine heiße Spur zu den Tätern.

          Der Bürgermeister der Gemeinde, Thomas Scholz (CDU), verurteilte die Tat: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie hier Unmut oder Unverständnis gegenüber Asylsuchenden zum Ausdruck gebracht wird.“ Die feige Art der Vorgehensweise sei nicht hinzunehmen und nicht vereinbar mit christlichen Werten. In der Gemeinde herrsche eigentlich eine „hohe Willkommenskultur“.

          Verspätet mitgeteilt

          Auf dem Weg vor dem Hauseingang hatten die Täter zwei Schweineköpfe abgelegt, wie ein Polizeisprecher sagte. Um das Haus herum seien Schweineschwänze und Innereien verteilt worden. Auf der Fassade und einem Fenster wurden drei Schriftzüge in roter Farbe entdeckt - unter anderem mit den Worten „Go home“ („geht heim“). Die Schmierereien sowie die Schweineabfälle seien bereits vom Hauseigentümer entfernt worden. Im Islam und im Judentum gilt Schweinefleisch als unrein.

          Der Anschlag war bereits in der Nacht vom vergangenen Dienstag auf Mittwoch verübt worden. Durch eine Panne bei der Polizei wurde nach Angaben eines Sprechers zunächst aber nur ein kleiner Kreis regionaler Medien über die Tat informiert. Beim Verschicken der Mitteilung sei etwas „schiefgelaufen“.

          In das betroffene Haus sollen Bürgermeister Scholz zufolge Mitte Juli 15 Flüchtlinge einziehen. In der 5700-Einwohner-Gemeinde gibt es bereits fünf Unterkünfte, in denen derzeit 120 Menschen leben.

          Nach Angaben der Polizei ist der Anschlag der erste dieser Art auf ein Asylbewerberheim in Mengerskirchen. Die Tat reiht sich jedoch in eine Serie von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland ein. In Hessen etwa war in den vergangenen Monaten ein Heim in Hofheim im Main-Taunus-Kreis beschossen und mit Böllern beworfen worden.

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