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Asylbewerber wollen in Städte : Gemeindebund sieht Platz für Flüchtlinge in Dörfern

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Ankommen und bleiben: Viele Flüchtlinge werden nicht nur in Städten erstmals hierzulande registriert, so wie diese hier in Frankfurt - sie ziehen auch Städte den Dörfern vor Bild: Helmut Fricke

In manchen hessischen Dörfern stehen Häuser leer. Warum nicht hier Flüchtlinge einquartieren? Geflohene bevorzugen aber oft die Städte. Dort ist der Wohnraum jedoch knapp.

          Großstädte sind bei Flüchtlingen beliebter als eine Bleibe auf dem flachen Land. Doch nach Auffassung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes bieten sich besonders Dörfer als neue Wohnorte für Asylbewerber an. Der unter dem demografischen Wandel leidende und von Leerstand gezeichnete ländliche Raum sei prädestiniert für die Aufnahme von Flüchtlingen. „Das muss den Menschen schmackhaft gemacht werden. Auch in Dörfern ist es lebenswert - nicht nur in Ballungsräumen. Viele Flüchtlinge zieht es aber eher dorthin, weil sie in größeren Städten eher auf Landsleute treffen“, sagte der Geschäftsführende Direktor Karl-Christian Schelzke.

          Nach Ansicht des Fördervereins Pro Asyl sind Städte viel attraktiver für Flüchtlinge. „Sie zieht es eindeutig in Ballungszentren, wenn sie die Möglichkeit haben“, sagte der Europa-Referent von Pro Asyl in Frankfurt, Karl Kopp. In Städten fänden Flüchtlinge eine ansprechendere Infrastruktur vor. „Dort gibt es Communitys, Landsleute und viel mehr Helfer, zum Beispiel Ärzte, Sozialarbeiter und Rechtsanwälte.“ Auf Dörfern liefen Flüchtlinge auch eher Gefahr, auf Zurückweisung zu treffen. „Dort ist es schwerer, im Alltag zu bestehen“, sagte Kopp. Städte erleichterten den Einstieg in die deutsche Gesellschaft.

          Linke: Zelte unannehmbar

          Die Linke in Hessen drängt generell auf eine bessere Unterbringung von Flüchtlingen. Zelte seien unannehmbar, sagte Landeschefin Heidemarie Scheuch-Paschkewitz am Samstag auf dem Landesparteitag im nordhessischen Borken. Zudem beklagte sie, dass Flüchtlinge auf Militärgebieten untergebracht würden: „Die Menschen sind traumatisiert und müssen da jeden Tag an Panzern vorbeigehen.“ Das Land Hessen hatte aber zuvor schon mitgeteilt, bis Jahresende die Zelte durch feste Unterkünfte ablösen zu wollen.

          Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, sagte, die Flüchtlingskrise sei auch Folge westlicher Politik. Sie forderte den Bund auf, Mittel für ein umfassendes Sozialwohnungsbauprogramm bereitzustellen: „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum.“

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