https://www.faz.net/-gzg-9q0h6

Artenforschung : Wo Fledermäuse nach Gefühl fliegen

  • -Aktualisiert am

In der Falle: Biologen befreien die Fledermaus sofort wieder aus dem Netz. Bild: Marcus Kaufhold

An zwei alten Eichen im Kirdorfer Feld gehen Biologen nachts auf Pirsch. Wenn sich Tiere in ihren Netzen verfangen, können sie deren Art bestimmen. Dafür nehmen die Forscher einiges auf sich.

          3 Min.

          Wenn es Nacht wird im Kirdorfer Feld, müssen sich Markus Dietz, Mona Strack und Wiebke Schäfer sputen. Rasch ziehen die Biologen die zwischen jeweils zwei Teleskopstangen gespannten Netze in sechs Meter Höhe, um auf Fledermauspirsch zu gehen. Fünf solcher Netze, acht bis 15 Meter breit, stehen fast unsichtbar rings um zwei uralte Eichen, die majestätisch zwischen Obstbäumen emporragen. Im kniehohen Gras zirpen die Grillen und in den Baumkronen wimmelt es von Insekten. Ein ideales Jagdrevier für Microchiroptera, wie die Fledermaus wissenschaftlich heißt.

          Das rund 135 Hektar große Natur- und Landschaftsschutzgebiet mit Streuobst- und Feuchtwiesen bietet einen phantastischen Blick über Bad Homburg auf Frankfurt. Doch die Wissenschaftler haben jetzt kein Auge für das sanfte Weichzeichner-Rot der letzten Sonnenstrahlen, in dem sich die Stadtkulisse von ihrer prächtigsten Seite zeigt. Sie flitzen von Netz zu Netz, bis alles steht. Seit Anfang Juni machen sie das jeden Abend aufs Neue. Die Mitarbeiter des Instituts für Tierökologie und Naturbildung untersuchen im Auftrag der Stadt Bad Homburg jede Nacht bis morgens um vier Uhr, welche Fledermaus-Arten es im Kirdorfer Feld gibt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Rostock hat die geringste Corona-Inzidenz unter den Großstädten in der Bundesrepublik, nur 45 wöchentliche Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner.

          Lichtblick im Norden : Wie Rostock erfolgreich Corona bekämpft

          Rostock verzeichnet seit dem Frühjahr so wenige Corona-Fälle wie keine andere Großstadt in Deutschland. Bürgermeister Claus Madsen erklärt, wie er das mit seiner Verwaltung macht.
          Fertigungsstrecke von Geely in der chinesischen 6-Millionen-Einwohner-Metropole Ningbo.

          Autos aus Fernost : Chinas Einheitsfront gegen VW und Tesla

          Wie von Peking gewünscht, knüpft Milliardär Li Shufu ein Netzwerk mit chinesischen Technologiegiganten, um das Auto der Zukunft zu bauen. Auch Daimler darf helfen beim Projekt Welteroberung.
          Wohl dem, der zu Hause ein sonniges grünes Plätzchen hat. Eine Horizonterweiterung kann, mit dem richtigen Buch, auch dort stattfinden.

          Zukunft des Tourismus : Über Leben ohne Reisen

          Was passiert mit uns, wenn wir nicht reisen? Die Zukunftsforscher Horst Opaschowski und Matthias Horx über Langeweile, Horizonterweiterung und die Frage, wie unser Urlaub nach der Pandemie aussehen wird.