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Fitness in Frankfurt : Du willst es doch auch

  • -Aktualisiert am

„Haaa, 4, 3, 2, 1“ ruft Mirko Fritzlar. Ihn Coach zu nennen wäre wohl untertrieben. Bild: Rainer Wohlfahrt

Radeln drinnen und auf der Stelle gab es schon. Aber nicht so intensiv. „Cycletic“ heißt das selbstentworfene Fitnessprogramm und viele kommen, um sich mitreißen zu lassen.

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          Dass dies kein Ort zum Verweilen ist, sondern zum Auspowern, ist auf den ersten Blick ersichtlich. Unscheinbarer Eingang, puristische, kleine Umkleiden, geräumiger Kursraum mit 15 Indoor-Cycling-Rädern. Reingehen, Schweiß vergießen, wieder raus - so soll es sein, so ist es konzipiert. Für Menschen, die keine Zeit haben, und Menschen, die meinen, keine Zeit zu haben. Kurzum: nix Wellness, sondern Fitness! Also rauf auf eine der schlanken Rennmaschinen und losgestrampelt.

          Mirko Fritzlar - roter Bart, ansteckende Lache, mitreißender Typ - wird seine Kunden nun an diesem Donnerstagabend mit System und Verve an ihre Grenzen bringen. Oder ihnen am Ende des Tages den Rest geben? Wir werden es herausfinden in den kommenden „45 kurz und knackigen Minuten“, wie Fritzlar verheißungsvoll sagt, ehe er sein Funkmikrofon vor den Mund schiebt und die ersten Bässe aus der mannshohen Anlage über das Parkett treiben. „Cycletic“ steht auf dem Kursplan. Ein von Fritzlar selbstentworfenes Fitnessprogramm, welches das klassische Indoor-Cycling so ergänzt, dass die Teilnehmer auf dem Sattel ein Ganzkörpertraining absolvieren. Und, na klar, maximal Kalorien verbrennen. Ehe wir uns versehen, liegt ein Paar Drei-Kilo-Hanteln auf der Ablage unseres Lenkers. „Wiiiiderstand plus“, ertönt Fritzlars Stimme durch die Beats. Und wir drehen pflichtbewusst an dem kleinen Rädchen und erschweren uns damit erheblich die Arbeit. Die Beine wirbeln im gnadenlosen Takt der Musik.

          Gekommen, um sich mitreißen zu lassen.

          Ob die Beats oder der Puls schneller sind? Es ist ein enges Rennen. „Haaa, 4, 3, 2, 1“, ruft Fritzlar. Er klingt nie militärisch strikt, sondern stets freundlich bestimmt, nach dem Motto: Du willst es doch auch. Und gerade als wir denken, dass man dies ja nicht mehr lange aushalten kann, kommen die Hanteln ins Spiel. Fritzlar springt vom Rad, turnt durch die Reihen der Räder, macht die Bewegungen vor, wir folgen. Wenn die Oberschenkel mal entlastet werden, geht’s ran an Bizeps, Trizeps, Schultern. Wer bisher geglaubt hat, auf einem Rad seien keine Liegestütze möglich, der wird hier an der Frankfurter Meisengasse eines Besseren belehrt. Das Licht kommt mal heller, mal gedämpfter daher, je nach Musik und Intensität. Es ist ein hochpulsiges Gemeinschaftserlebnis, keiner im Raum, der sich nicht mitreißen ließe. Schließlich sind alle gekommen, um sich mitreißen zu lassen.

          Alle 15 Räder sind besetzt mit Leuten, die sich über die Homepage des Studios ihren Platz im Kurs reserviert haben. Leute, die es - auch wenn es um die Feierabend-Sporteinheit geht - schätzen, nur das zu bezahlen, was sie auch wirklich nutzen. Man zahlt je Besuch oder radelt seine 10er-Karte (120 Euro) oder gar 40er-Karte (360 Euro) ab. So mag es die großstädtische Klientel. Lieber gruppendynamisch mit hoher Intensität den inneren Schweinehund zur Strecke bringen, als mit mitunter ödem Cardio-Training im anonymen Fitnessstudio sich an den inneren Schweinehund heranzutasten - und ihm nicht selten genug zu unterliegen.

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