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Studie eines Finanzberaters : Finanzlage von hessischen Kommunen sei desolat

  • Aktualisiert am

Prekäre Finanzlage: Hessen hat eine der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung. Bild: dpa

Nur Kommunen des Saarlands und der Rheinland-Pfalz sind noch höher verschuldet. Die Bürger der Gemeinden Hessens sind mit durchschnittlich 3103 Euro pro Kopf verschuldet. Die Lage bleibe weiter prekär.

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          Hessens Kommunen haben bundesweit die dritthöchste Pro-Kopf-Verschuldung und das zweithöchste Finanzierungsdefizit. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag in Berlin veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Mit 3103 Euro pro Kopf lag die Verschuldung 2014 um drei Prozent höher als im Vorjahr und wurde nur noch vom Saarland und von Rheinland-Pfalz übertroffen.

          Im Vergleich zum Vorjahr stiegen 2014 der Untersuchung zufolge die Gesamtschulden der hessischen Kommunen um vier Prozent von 18,1 auf 18,8 Milliarden Euro - und erreichten damit nach kurzzeitigem Rückgang im Jahr 2013 einen neuen Höchststand.

          Bundesweit zweithöchstes Finanzierungsdefizit

          Die Finanzlage der Städte in Hessen bleibe prekär, heißt es weiter. 74 Prozent der Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern hätten 2014 mit einem Haushaltsdefizit abgeschlossen. Insgesamt wiesen demnach die hessischen Kommunen mit 438 Millionen Euro das bundesweit zweithöchste Finanzierungsdefizit auf - nur in Nordrhein-Westfalen sei der Fehlbetrag mit rund 1,5 Milliarden Euro noch höher gewesen.

          Zur Bewältigung ihrer Finanzprobleme wollten 83 Prozent der hessischen Kommunen (Bund: 79 Prozent) ihre Steuern/Gebühren erhöhen. 48 Prozent (Bund: 32 Prozent) planten 2015/2016 den Abbau von Leistungen in der Jugendbetreuung/Seniorenarbeit.

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