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Halbe Million für Momem : Frankfurter Magistrat sichert Technomuseum Start-Darlehen zu

Zuwachs: Frankfurt soll ein Techno-Museum bekommen. Bild: Sonntag, Florian

Frankfurt soll Deutschlands erstes Museum für elektronische Musik bekommen. Mit einem Darlehen der Stadt ist eine wichtige Hürde genommen worden.

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          Nach einigem Hin und Her scheint nun der Weg für das an der Hauptwache geplante „Museum of Modern Electronic Music“ (Momem) doch noch frei. Der Magistrat hat gestern beschlossen, dem Museumsprojekt ein Darlehen zu gewähren. Insgesamt soll eine Anschubfinanzierung in Höhe von 500.000 Euro bewilligt werden, die der Verein Friends of MOMEM als Träger des Museums bis zum Ende des Jahres 2021 zurückzuzahlen hat. Die Stadtverordnetenversammlung soll in ihrer Sitzung am nächsten Donnerstag über diesen Vorschlag befinden. Einen entsprechenden Beschluss vorausgesetzt, könnte das sogenannte Techno-Museum in den Räumen des früheren Kindermuseums im Frühjahr nächsten Jahres eröffnen, möglicherweise zur Musikmesse.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Alex Azary, Vorsitzender des Vereins Friends of Momem, zeigte sich von dem Magistratsbeschluss erleichtert: „Ich bin froh, dass wir das jetzt regeln konnten und es einen Weg nach vorne geben wird. Auf alle Fälle können wir jetzt mit Sicherheit sagen, dass das Momem 2020 kommt“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Was es zur Eröffnung des neuen Museums zu sehen gibt, wollte Azary noch nicht sagen. Die ursprünglich geplante Übernahme der Pariser „Electro“-Ausstellung wird es jedenfalls nicht sein, weil die ab April 2020 in London gezeigt wird. Wie Azary sagt, wolle der Verein sich aber darum bewerben, die Schau zu einem späteren Zeitpunkt noch präsentieren zu können. Generell würde man das Museum aber gern mit einer bereits kuratierten, also fertigen Ausstellung eröffnen, wenngleich die finanziellen Mittel für teure Lizenzen noch nicht vorhanden sind. „Viele Förderanträge können wir erst stellen, wenn es uns wirklich gibt“, nennt Azary eine der Hürden, die der Verein noch zu überwinden hat.

          „Schlüsselübergabe“ im Juni 2018

          Dass es überhaupt noch zur Eröffnung des Museums kommen wird, war vor einigen Wochen mehr als fraglich. Zwar wird seit bald fünf Jahren über das Projekt verhandelt und sind entsprechende Absichtserklärungen und mittlerweile auch ein Mietvertrag unterzeichnet worden, doch von einer Aufbruchstimmung wollte schon lange niemand mehr sprechen. Bereits dreimal war eine Eröffnung des Momen angekündigt worden, doch jedes Mal musste der Verein einen Rückzieher machen, auch weil die Räumlichkeiten am Abgang zur B-Ebene der Hauptwache sich als untauglich für einen sofortigen Einzug des Museums erwiesen hatten.

          Bei der groß inszenierten „Schlüsselübergabe“ im Juni 2018 stand nach einem starken Regenguss sogar das Wasser zentimeterhoch im Eingangsbereich, was zu Auseinandersetzungen zwischen Verein und Stadt führte, wer eigentlich für die Sanierung der Räume zuständig ist, bei denen etwa die Böden neu verlegt und auch die Sanitäranlagen erneuert werden müssen. Diese Arbeiten will der Verein angehen, sobald die Finanzierung seitens der Stadt gesichert ist. Die wird wiederum wohl einen kleinen Teil des Darlehens gleich einbehalten, ist der Verein doch bisher noch nicht für die Nebenkosten in Höhe von 3000 Euro im Monat für die sonst für einen Zeitraum von fünf Jahren mietfrei zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten aufgekommen.

          Ein „kultureller Hotspot“

          Eine erste Rate in Höhe von 300.000 Euro soll umgehend nach dem Beschluss der Stadtverordneten ausgezahlt werden, teilte eine Sprecherin des Kulturdezernats auf Anfrage mit. Um dann die zweite Tranche zu erhalten, müsse der Verein getätigte Investitionen in Höhe von 250.000 Euro aus der ersten Überweisung bescheinigen. Die Anschubfinanzierung sei mit weiteren Auflagen verbunden. Sie müsse in die Herrichtung der Räume und in die museografische Erstausstattung investiert werden, damit Exponate dort adäquat gezeigt werden könnten. Das Darlehen dürfe hingegen nicht in Gehälter und Gagen fließen, hieß es weiter vom Kulturdezernat, das sich von dem Museum eine Aufwertung des Areals an der Hauptwache erhofft und einen „kulturellen Hotspot“ erwartet.

          Mit der Gewährung eines Darlehens folgt der Magistrat einem Kompromissvorschlag der CDU-Fraktion. Hatten sich die Fraktionen von SPD und Grünen anfangs für einen Zuschuss ausgesprochen, folgen sie nun der Linie ihres Koalitionspartners, der seinerseits von einer Forderung abrückte: Der Verein muss nun nicht mehr 350.000 Euro Eigenmittel nachweisen, um überhaupt ein Darlehen zu erhalten.

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