https://www.faz.net/-gzg-9r8rl

„Enkeltrick“-Variante : Falschen Polizisten durchschaut und festgenommen

  • Aktualisiert am

Neue Betrugsmasche: Die Täter geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und manipulieren überwiegend ältere Menschen, um Wertgegenstände oder Geld zu bekommen. Bild: dpa

Durch sein couragiertes Handeln hat ein 68 Jahre alter Mann der Polizei in Frankfurt dabei geholfen, einen falschen Polizeibeamten festzunehmen.

          1 Min.

          Der Frankfurter Polizei ist ein falscher „Kollege“ ins Netz gegangen, der einen Mann um Schmuck und Geld betrügen wollte. Wie die Beamten am Montag mitteilten, hatte ein aufmerksamer 68 Jahre alter Mann am Sonntagabend das Vorhaben durchschaut und die Polizei alarmiert.

          Am Sonntagnachmittag hatte ein Mann bei ihm angerufen und sich als Polizist ausgegeben. Er forderte den 68 Jahre alten Mann dazu auf, ihm Schmuck und Bargeld zu übergeben. Eine Einbrechergruppierung habe es auf seine Wertsachen abgesehen. Und es sei unabdingbar, dass die „Polizei“ sein Hab und Gut abholt und sicher verwahrt; andernfalls könne man keine Sicherheit garantieren.

          Couragiertes Handeln des Opfers

          Der 68 Jahre alte Mann durchschaute diese betrügerische Masche schnell. Er verabredete sich zwar mit dem angeblichen Polizisten für eine Übergabe, jedoch nur zum Schein und informierte die Polizei. Die Beamten lobten dieses Verhalten als couragiert. 

          Als um 19:30 Uhr ein 46 Jahre alter Mann in einer Art Polizeiuniform vor dem Haus des Mannes erschien, wurde die Polizei Zeuge der Übergabe. Doch kaum hatte er das Haus verlassen, nahmen die Beamten ihren falschen „Kollegen“ auch schon fest. Der mutmaßliche Täter wurde zunächst in die Haftzelle des Polizeipräsidiums gebracht. Da gegen ihn keine Haftgründe vorlagen, mussten die Beamten nach Rücksprache mit der Justiz wieder auf freien Fuß setzen. Die Ermittlungen dauern an.

          Besonders ältere Menschen werden immer wieder zum Ziel von Verbrechern, um Geld und Schmuck zu erbeuten. Laut Hinweisen der Polizei kontaktieren sie die Opfer in der Regel telefonisch und setzen sie mit einer erfundenen Geschichte unter Druck. Anschließend werden die Wertgegenstände von einem vermeintlichen Polizisten abgeholt.

          Betrug durch falsche Polizisten

          Die Polizei stellt daher in einer Mitteilung klar, dass Beamte niemals nach Geld oder Wertgegenständen fragt und diese schon gar nicht herausverlangt. Opfer sollen solch ein Gespräch sofort abbrechen und direkt die Polizei unter der Notrufnummer anrufen.

          In anderen Fällen schreckten Täter auch nicht davor zurück, an der Haustüre gefälschte Dienstausweise vorzuzeigen, um sich so Zutritt zu den Wohnungen ihrer Opfer zu verschaffen. Gleichzeitig werden die Opfer teilweise auch per Post oder E-Mail zu Geldzahlungen aufgefordert. So wurden beispielsweise falsche „Haftbefehle“ verschickt, mit der Aufforderung, eine bestimmte Summe zu bezahlen, da anderenfalls die Inhaftierung drohe.

          Weitere Themen

          Nordisch by nature

          Norwegische DJs in Frankfurt : Nordisch by nature

          Das Gastland der Buchmesse zieht so einige berühmte Künstler in die Stadt. Nun legen norwegische DJs wie Todd Terje und Prins Thomas in Frankfurt auf. Und sorgen für schräge Partys.

          Topmeldungen

          „Märsche für die Freiheit“ : Barcelona im Ausnahmezustand

          Die Proteste gegen das Urteil im Separatistenprozess legen die Stadt und weite Teile Kataloniens lahm. Die „Sagrada familia“ wurde geschlossen, dutzende Flüge abgesagt – und eines der wichtigsten Fußballspiele Spaniens verschoben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.