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Keine Scheu, und das seit langem: Schäfer in ihrer Wahlheimat Frankfurt Bild: Frank Röth

Fernsehmoderatorin : Frohnatur mit Tiefgang

  • -Aktualisiert am

Bärbel Schäfer versammelte einst die einfachen Leute vor der Fernsehkamera. Heute ist sie im Radio und spricht oft mit Prominenten. Und stellt, dabei und überhaupt, so viele Fragen, dass sie manchmal schweigen muss.

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          Beim regionalen Fernsehsender Rhein-Main TV gibt es eine Gesprächssendung, in der schon hessische Ministerpräsidenten, Deutsche-Bank-Chefs, Bestsellerautorinnen, Bischöfe und Intendanten zu Gast waren. Die junge türkischstämmige Maskenbildnerin hat die meisten von ihnen vor dem Auftritt geschminkt, immer freundlich, aber unbeeindruckt. Einmal war das anders, an dem Tag, als vor dem Schminkspiegel Bärbel Schäfer Platz nahm. Ein Selfie und noch eines mussten erst gemacht werden, die junge Dame rief vor lauter Begeisterung sogar ihre Cousine in der Türkei an: „Du wirst es nicht glauben!“ Viele Nachmittage muss sie einst vor dem Fernseher verbracht haben, damals, als Bärbel Schäfer in einer nach ihr benannten Sendung deutschen Alltag ablichtete.

          Das war Mitte der neunziger Jahre, ist also lange her. Die Talkshow „Bärbel Schäfer“ lief täglich. Von 1995 bis 2002 stand die gebürtige Bremerin vor der Kamera. Manchmal wirkte die Sendung, als sei dort die komplette Härtefallabteilung des Gelsenkirchener Sozialamts eingeladen gewesen. Aber man kann es auch positiver sagen: In solchen Formaten erschienen damals in großer Zahl und Tag für Tag die ersten nichtprominenten Leute auf dem Bildschirm. Bärbel Schäfer bekommt noch heute von Taxifahrern oder anderen Menschen mit ausländischen Wurzeln erzählt, dass für sie ihre Sendung der erste Zugang zur deutschen Sprache gewesen sei.

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