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Geplantes Milliardenprojekt : „Ein Fernbahn-Tunnel ist machbar“

Schluss mit dem Gleisgewirr? Blick auf die Skyline hinter den Gleisen des Frankfurter Hauptbahnhofs Bild: Victor Hedwig

Kann es einen Fernbahn-Tunnel unter Frankfurt geben? Eine Herausforderung wären die vielen Hochhäuser. Ein Experte hat aber schon eine Idee für die Trasse – und nennt eine mögliche Bauzeit.

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          Ein Maulwurf hat es in Frankfurt schwer. Der Untergrund unter der Innenstadt ist voller Wasser und besteht zum Teil aus klebrigen Tonschichten. Einen Tunnel zu graben ist unter diesen Bedingungen kein Vergnügen. Hinzu kommt, dass das Erdreich unter der Innenstadt inzwischen so durchlöchert ist wie ein Emmentaler Käse. Die Tunnel der U- und S-Bahn-Linien sind nicht das einzige Hindernis. Eine Frankfurter Spezialität sind die vielen Hochhäuser, die zwischen Mainufer und Wallanlagen eine fast geschlossene Wand bilden und auf tiefen Pfählen gründen. Ein Fernbahn-Tunnel, wie ihn die Deutsche Bahn jetzt plant, müsste unter der Skyline eine Lücke finden. Oder sie umfahren.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Rolf Katzenbach hält den Fernbahn-Tunnel dennoch für möglich. „Das ist technisch auf jeden Fall machbar“, sagt er. Sein Wort hat Gewicht, denn Katzenbach ist Professor für Geotechnik an der Technischen Universität Darmstadt und unter Tunnelbau-Ingenieuren eine Koryphäe. Er war in Frankfurt nicht nur an vielen Hochhaus-Projekten beteiligt, sondern auch am Bau der U- und S-Bahn-Tunnel. Für die Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 ins Europaviertel ist er der Prüfingenieur. Wichtiger noch: Aus seinem Büro stammt die Machbarkeitsstudie für das einstige Projekt „Frankfurt 21“. Unter diesem Namen sollte einst der komplette Bahnverkehr am Hauptbahnhof unter die Erde verlagert werden. Das neue Vorhaben hat damit wenig zu tun, jetzt geht es nur noch um eine einfache Durchleitung des Fernverkehrs auf zwei Gleisen unter der Stadt. Katzenbach meint, der negativ konnotierte Name „Frankfurt 21“ sollte gar nicht mehr genannt werden.

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