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F.A.Z.-Spendenaktion : Tiere, die in uns stecken

  • -Aktualisiert am

Text ist wichtig, Bilder sind es auch: Imke Sönnichsen hat die Geschichten von Martina Baumbach illustriert. Bild: Thienemann Verlag

Um Gefühle, Freiheit und phantastische Freundschaften geht es in den Büchern von Martina Baumbach. Ganz besonders liebt die Kinderbuchautorin Tiergeschichten. Sie gestaltet die nächsten „Sonntagsgeschichten“ am 24. Januar.

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          Fröhlich wirkt Martina Baumbach am Telefon, sehr lebendig und offen. Übers Schreiben und ihre Bücher spricht sie gerne, denn die sind ihre Herzenssachen. Vor allem, weil sie nicht seit quasi schon immer Schriftstellerin ist, sondern viele Jahre in einem medizinischen Beruf gearbeitet hat, bevor sie den Mut hatte, eine erste Geschichte für Kinder zu schreiben.

          Gelesen habe sie immer gerne und viel, erzählt Baumbach. Trotzdem sei sie in Deutsch in der Schule „eher experimentierfreudig“ gewesen als eine Einserschülerin. Und immer habe sie gerne Kinderbücher gelesen, auch noch, als ihre beiden Töchter so alt waren, dass sie ihnen nichts mehr vorlesen konnte. Dass sie gleich für ihr erstes langes Manuskript, den Kinderroman „Jule bärenstark“, einen Preis bekam, nennt Baumbach einen Riesenglücksfall und einen tollen Einstieg ins Autorenleben.

          Um die 40 Kinderbücher hat Martina Baumbach seitdem veröffentlicht, viele Einzeltitel, aber auch zwei Buchreihen. Besonders bekannt ist ihre „Holunderweg“-Reihe mit inzwischen sieben Büchern, die von Ida, Lennart, Malte, Ella und Bruno erzählen. Von ihren kleinen und großen Sorgen und Abenteuern, von ihrem Alltag und ihren Ferien. Von all dem eben, was Kinder erleben, wenn sie behütet aufwachsen, aber trotzdem viel draußen spielen dürfen mit ihren Freunden. Ein wenig erinnert der „Holunderweg“ an Astrid Lindgrens „Krachmacherstraße“ und Kirsten Boies „Mövenweg“. Und das soll auch so sein. Denn nichts findet die Kinderbuchautorin, die selbst in Starnberg am Wald wohnt, wichtiger, als dass Kinder frei und unbeobachtet draußen spielen und sich entfalten können.

          Aus der Medizin in die Literatur: Martina Baumbach
          Aus der Medizin in die Literatur: Martina Baumbach : Bild: Volker Derlath

          Fliegen wie ein Vogel, rennen wie ein Reh

          Aber Martina Baumbach erzählt nicht nur fröhliche Geschichten. In einigen Bilderbüchern spricht sie auch Ernstes an, erzählt von Eltern, die sich scheiden lassen, von Umzug und Streit, Demenz und Tod. Immer wieder hat sie festgestellt, wie wichtig diese Themen sind, für Kinder wie für ihre Eltern. Weil es einfacher ist, an einer Geschichte entlang über Schwierigkeiten in der Familie zu sprechen. Wer durch einen Umzug seine Freunde oder den geliebten Opa durch Demenz oder Tod verliert, weiß, wie gut es tut, wenn andere diese Gefühle kennen und von ihnen erzählen. Lesen und Reden können helfen, Ängste und Traurigkeit aufzulösen.

          Besonders aber liebt Martina Baumbach Tiergeschichten. Denn Tiere, ob Kuscheltiere oder lebendige Tiere, sind oft die besten Freunde der Kinder. Mit ihnen kann man sprechen, spielen, schmusen, und immer wieder ist es toll, sich vorzustellen, dass der eigene Hund oder die Katze auf der Straße sprechen könnten. Und wie cool wäre es erst, wenn man sich selbst in ein Tier verwandeln könnte? Fliegen könnte wie ein Vogel, rennen wie ein Reh, eine Höhle graben wie ein Kaninchen? Aus dieser Idee entstand eine Buchreihe über Kinder, die sich in ein Tier verwandeln können.

          Merle und Finn sind baff: Das Zwergschwein des neuen Lehrers wählt sie für eine besondere Sport-AG aus! Merkwürdig genug, doch dann verrät ihnen Herr Olsson eine Sensation: Sie selbst sind Tierwandler! Natürlich können beide den geheimen Unterricht kaum erwarten! Die Frage ist ja, welches Tier wohl in ihnen steckt.

          Figuren werden zu einer zweiten Familie

          Vier „Tierwandler“-Bücher gibt es bisher, aus dem ersten wird Martina Baumbach am nächsten Sonntag in ihrer Online-Lesung vorlesen. Und bestimmt werden noch weitere Bücher folgen, denn eine Reihe zu schreiben macht ihr große Freude. Sie muss dann für ein neues Buch nicht die Figuren aus dem letzten Buch verlassen, sondern kann sie weiter begleiten. Sie werden eine Art zweiter Familie, man lernt sich immer besser kennen. Aber Achtung: Man muss als Autor auch höllisch aufpassen, dass man immer alle Kleinigkeiten aus den früheren Bänden im Blick behält. Das gilt für alles, für das Alter, die Familie, die Hobbys, die Freunde, das Umfeld und die Kleidung der Protagonisten.

          Martina Baumbach hat selbst einige Hobbys: Sie spielt Cello, liest viel und überall, sie zeichnet gerne und ist gerne draußen mit ihrem kleinen Welsh-Terrier Pelle. Beim Schreiben isst sie gerne Schokolade und trinkt viel Tee (am liebsten im kuscheligen Bademantel, auf einem großen Ball sitzend, wie sie lachend verrät). Inzwischen hat sie viel Übung und braucht für einen Kinderroman nur noch etwa drei Monate, sie schreibt allerdings sieben Tage in der Woche. Ihre Bücher werden in viele Sprachen übersetzt, auch die Kinder in Russland oder der Ukraine lieben ihre Geschichten und die schönen Schmöker-Stunden, die Martina Baumbach ihnen verschafft. Sie selbst ist dankbar und glücklich, dass sie begeisterte Briefe erhält, die Kinder, Lehrer und Eltern ihr schreiben. Dann, so sagt sie, habe sie „Gänsehaut-Momente“ – so wie ihr Publikum beim Lesen ihrer Geschichten.

          Sonntagsgeschichten: Wer, Wann, Wie

          Martina Baumbach liest am nächsten Sonntag, 24. Januar, aus ihrem Buch „Unser Lehrer ist ein Elch“. Die Lesung, die wegen der Corona-Pandemie als digitale Live-Veranstaltung stattfindet, beginnt um 15 Uhr und endet gegen 16.30 Uhr. Digitale Zugänge können von sofort an unter der Internetadresse veranstaltungen.faz.net erworben werden. Der Teilnahmebeitrag von je fünf Euro pro Person kommt vollständig der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ zugute. Baumbach liest, wie traditionell alle Autoren dieser Reihe, ohne Honorar.

          Die nötigen Einwahldaten zur digitalen Lesung werden allen Anmeldern rechtzeitig vor der Veranstaltung per E-Mail übermittelt. Am Ende der Lesung freut sich die Autorin auf Fragen der Zuhörer, außerdem werden einige von ihr signierte Bücher verlost. Weiter gehende Fragen zu der Veranstaltung beantwortet Christine Mayer-Simon telefonisch unter 0 69/75 91-12 51.

          Nach Martina Baumbach liest am 21. Februar Antje Damm.

          Die Erlöse aus dem Spendenprojekt „F.A.Z.-Leser helfen“ gehen in diesem Jahr an die Stiftung „Starke Bande“, die Familien in schwierigen Lebenssituationen durch aufsuchende, individuelle Psychotherapie unterstützt, und an das Projekt „Lokale, niederschwellige Krisenintervention in Frankfurt“ (LoKI) der Universitätsklinik Frankfurt, das Menschen mit Suizidabsichten hilft.

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“ bitte wahlweise auf eines dieser Konten:

          Bei der Frankfurter Volksbank

          IBAN DE94 5019 0000 0000 1157 11

          Bei der Frankfurter Sparkasse

          IBAN DE43 5005 0201 0000 9780 00

          Sofern die vollständige Adresse angegeben ist, kann eine Spendenquittung zugeschickt werden. Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.faz-leser-helfen.de

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