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FAZ.NET-Spezial : Tauziehen um den Ausbau des Frankfurter Flughafens

Flughafenbetreiber Fraport will bis 2009 eine neue Landebahn haben Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

2007 soll entschieden werden, ob der Frankfurter Flughafen eine weitere Piste erhält. Die Forderung wurde 1997 zwar nicht am Biertisch, aber bei der Gesprächsrunde einer Brauerei erstmals laut erhoben. Seitdem hält der Streit an.- FAZ.NET-Spezial

          Der Ausbau des Frankfurter Flughafens ist genehmigt. Den entsprechenden Planfeststellungsbeschluss unterzeichnete der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) am 18. Dezember in Wiesbaden. Er umfasst den Bau einer neuen Landebahn sowie eines dritten Terminals und schränkt den nächtlichen Flugbetrieb stark ein. Rhiel begründet die Genehmigung mit den neuen Arbeitsplätzen, die der Ausbau mit sich bringen werde. Er veranschlagte deren Zahl auf 40.000.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Forderung wurde 1997 zwar nicht am Biertisch, aber bei der Gesprächsrunde einer Frankfurter Brauerei erstmals laut erhoben. Der damalige Lufthansa-Chef Jürgen Weber hielt angesichts der Engpässe am „Heimathafen“ Frankfurt das Verdikt für überholt, der Flughafen dürfe nur in den Grenzen seines „Zauns“ wachsen. Ein Tabu, begründet mit den gewaltsamen Auseinandersetzungen um die Startbahn West, war gebrochen, die politische Debatte entfacht. Hessens rot-grüne Landesregierung schloß den Kompromiß, das Vorhaben einer neuen Landebahn solle sehr sorgfältig geprüft werden.

          Die 1998 eingeleitete Mediation präsentierte zwei Jahre später ihre Ergebnisse: Ausbau des Flughafens ja, aber nur einhergehend mit Optimierung des bestehenden Systems, einem Lärmpakt für die Anwohner und einem Nachtflugverbot. Das Raumordungsverfahren, der erste Schritt des aufwendigen Genehmigungsverfahrens, endete im Juni 2002 mit der Empfehlung für die sogenannte Nordwest-Variante einer neuen Landebahn, einer Piste im Kelsterbacher Wald. Im Herbst 2004 reichte Flughafenbetreiber Fraport 60 Ordner mit Antragsunterlagen ein.

          Im September 2005 begann der Erörterungstermin zu dem, bei einer Investitionssumme von 3,4 Milliarden Euro derzeit größten Infrastrukturprojekt in Deutschland. Mehr als 125.000 Menschen aus der Rhein-Main-Region - auch diese Zahl ist ein Rekord - hatten Einwendungen wegen zu hoher Lärmbelastung, zu starker Eingriffen in die Natur oder eines zu hohen Risikos, Flugzeuge könnten in das Chemiewerk Ticona stürzen.

          Dieses FAZ.NET-Spezial spiegelt den Verlauf der Diskussion um den Ausbau des Frankfurter Flughafens wider.

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