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FAZ.NET-Hauptwache : Wohnbedingungen, Wut, Warenhäuser

Zerrüttelte Verhältnisse: Die Stimmung in der Flüchtlingsunterkunft in Bonames droht zu kippen. Bild: Frank Röth

Die Lage in der Flüchtlingsunterkunft in Frankfurt-Bonames ist angespannt. Und auch im Bahnhofsviertel klagen viele über unerträgliche Zustände. Das, und was heute sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          2 Min.

          Guten Morgen!

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Von außen sieht die Flüchtlingsunterkunft in Bonames schick aus. Aber hinter der schönen Fassade wartet die bittere Realität. Mehr als 40 der 330 Bewohner haben sich mit Krätze infiziert. Die Menschen, die auf engem Raum in der Unterkunft leben, klagen. Zum einen über schlechte Wohnbedingungen. Vielmehr aber noch über das zerrüttete Verhältnis, das mittlerweile zwischen den Bewohnern und den Mitarbeitern des Trägers der Unterkunft, dem Diakonische Werk Frankfurt und Offenbach, herrscht. Weil die Stimmung angespannt ist, will das zuständige Sozialdezernat unter der Leitung von Daniela Birkenfeld (CDU) am heutigen Montag noch einmal versuchen, Bewohner und Betreiber an einen Tisch zu holen. Unsere Redakteurin Theresa Weiß hat sich im Vorfeld mit einer Bewohnerin getroffen. Bei dem Gespräch sind Tränen der Wut und der Verzweiflung geflossen.

          Ähnliche Gefühle sind auch unserer Polizeireporterin Katharina Iskandar bei ihrer Recherche im Frankfurter Bahnhofsviertel begegnet. Da ist die Verzweiflung der Geschäftsreibenden, wenn sie davon berichten, wie sich das Viertel in den vergangenen Monaten verändert hat. Zum schlechten, wie sie sagen. Gedealt werde auf offener Straße – konsumiert sowieso. „Dieser Raum hat sich selbst zur rechtsfreien Zone ernannt“, sagt Gisela Paul, die mit ihrem Grüne-Soße-Stand seit mehr als 20 Jahren ins Bahnhofsviertel kommt. Unter die Verzweiflung hat sich aber längst auch Wut gemischt. Darüber, dass die zuständigen Politiker wegsehen und  Antworten fehlen. „Frankfurt will die Brexit-Banker und den Glanz der Fashion Week. Das Entree der Stadt dafür herzurichten, scheint den Verantwortlichen aber keiner Mühe wert“, schreibt Katharina Iskandar in ihrem Kommentar.

          Zugegeben. Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, mit einem positiven Thema den Newsletter zu beenden. Aber noch nicht einmal der Zoo meldet an diesem Wochenende die Geburt süßer Tierbabys. Keine Verschnaufpause also, bevor wir noch einmal auf die Schließung von vier Filialen von Kaufhof und Karstadt in der Region zu sprechen kommen. Das Wochenende hat nicht ausgereicht, um die Nachricht zu verdauen. Zahlreiche Existenzen und Emotionen sind an den Beschluss gekoppelt, rund 470 Menschen verlieren ihren Job. Aber auch für die Mainzer und die Frankfurter Innenstadt  bedeutet das Aus der Filialen ein Einschnitt. Die Rufe nach „professionellem Citymarketing“ werden lauter. Die Schließung des Warenhauses auf der Zeil  bezeichnet Frankfurts Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) als einen Rückschlag für die Innenstadt. Und vom Rückschlag kommen wir auch schon zum Rückblick. Kollege Manfred Köhler ist ins Archiv gestiegen und hat wahre Warenhaus-Geschichte recherchiert – gespickt mit beeindruckenden historischen Bildern. 

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

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          Und außerdem bietet eine Pfarrei in der Wetterau die Kommunion an der Haustür an, beweist die Betreiberin des mehr als 100 Jahre alten Lichtspielhauses in Groß-Gerau Optimismus, geht es auf der Verbraucherseite um die richtige Versicherung für den Hund.

          Einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen

          Marie Lisa Kehler

          Wetter: Heute zunächst vereinzelt Schauer, nachmittags sonnig. Höchstwerte um 26 Grad. Nachts trocken bei 14 Grad.

          Geburtstag haben heute: Rainer Brüderle (FDP), Präsident des Bundes der Steuerzahler Rheinland-Pfalz, ehemaliger Bundes- und Landesminister (75); Beate Gottschall-von Plottnitz, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Citoyen, Frankfurt (71); Werner Müller (SPD), Fraktionsvorsitzender im Kreistag Offenbach (69); Hans-Martin Kessler (CDU), Dezernent der Stadt Wiesbaden (55); Guido Mockel, Sprecher der Geschäftsführung der Radeberger Gruppe, Frankfurt (49); Yasmil Raymond, Rektorin der Frankfurter Städelschule (43).

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