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FAZ.NET-Hauptwache : Vertratscht, Geschrumpft, Kompliziert

Verlag und Publikum: Der Stand des Fischer-Verlags auf der Frankfurter Buchmesse Bild: Klein, Nora

Das traditionsreiche Verlagshaus S. Fischer steht vor tiefgreifenden Umbrüchen. Und auch bei Opel geht es seit dem Eigentümerwechsel von General Motors zu PSA rund. Das und was sonst noch wichtig ist in der Region, steht in unserem Newsletter FAZ.NET-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Es gibt Branchen, die erzielen höhere öffentliche Aufmerksamkeit als andere. Automobilhersteller, Banken und Buchverlage gehören definitiv zu jenen Wirtschaftszweigen, die sich allgemeinen Interesses erfreuen. Leider ist von allen drei Fronten derzeit wenig Erfreuliches zu berichten und das spiegelt sich auch in der Rhein-Main-Zeitung wider. Darüber, wie es dem S. Fischer Verlag geht, kursieren seit Monaten die wildesten Gerüchte in der ohnehin sehr vertratschten Buchbranche. Auch wenn das Frankfurter Traditionshaus selbst bemerkenswert dicht hielt, fehlte es nicht an Krisenzeichen: Es gab Abgänge von Mitarbeitern, das Messefest im Literaturhaus wurde im vergangenen Herbst abgesagt. Dass nun der Geschäftsführer Jörg Bong das Haus verlässt, gibt den Mutmaßungen neue Nahrung, dass der renommierte Verlag vor tiefgreifenden Umbrüchen steht. Literaturredakteur Florian Balke fasst die Lage zusammen.

          Auch bei Opel geht es seit dem Eigentümerwechsel von General Motors zu PSA rund. Für den außenstehenden Beobachter ist der Wechsel von positiven Nachrichten (erstmals seit vielen Jahren wieder ein Gewinn) und negativen Schlagzeilen (Verkauf von Unternehmensteilen, konzerninterne Kritik an der Qualität einzelner Modelle) nur schwer zu durchschauen. Gestern nun hieß es aus Rüsselsheim, die Arbeitnehmer seien unglücklich über die „Schrumpfungsstrategie“ im Stammwerk. Dass Teile der Produktion des Astra aus Polen und England nach Südhessen verlagert werden sollen, ist da keine beruhigende Nachricht. Thorsten Winter erklärt, warum.

          Ziemlich kompliziert ist die Erklärung des Kreises Offenbach, warum er es nicht geschafft hat, den Mietvertrag für ein Gebäude in Dreieichenhain rechtzeitig zu kündigen, das als Unterkunft für Flüchtlinge vorgesehen war, aber nie als solche genutzt wurde, sondern als sehr teures Möbellager. Man muss bei der versäumten Kündigung wohl von einer Verkettung unglücklicher Umstände sprechen, die den Steuerzahler einen hohen sechsstelligen Betrag kosten könnten. Zumal die Anmietung selbst für die Katz war. Bevor man die Kreismitarbeiter nun zu scharf kritisiert, muss man sich die chaotischen Zustände hierzulande im Jahr der Flüchtlingskrise vor Augen führen, die andere auf höheren staatlichen Ebenen zu verantworten haben.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem: ist abermals ein Kandidat der AfD bei der Wahl zum stellvertretenden Landtagspräsidenten durchgefallen, rückt eine Neugestaltung des Schlossplatzes in Hanau näher, ist ein Achtzehnjähriger deutsch-iranischer Herkunft festgenommen worden, weil er sich im Darknet eine Schusswaffe besorgt hatte, mit der er Menschen töten wollte.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Der Tipp zum Wochenende

          Der „Tigerpalast“ ist eine Frankfurter Institution. Ebenso wie das Gourmet-Restaurant des Varietés. Küchenchef Coskun Yurdakul setzt auf Klassisches mit orientalischen Noten – und hat dafür im neuen Guide Michelin einen Stern bekommen. Der gebürtige Türke ist gewissermaßen ein Eigengewächs, denn 1994 hat er seine Karriere als Auszubildender im „Tigerpalast“ begonnen. Mit seinem Kochstil bleibt er zwar der französischen Gourmetküche verpflichtet, modernisiert sie aber mit mediterranen und morgenländischen Elementen. Das hat seinen Preis, genügt aber allerhöchsten Ansprüchen.

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