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FAZ.NET-Hauptwache : Verpasste Musik, verpasste Reden, verpasste Flüge

Dichtes Gedränge am Frankfurter Flughafen: Auf der Bilanz-Pressekonferenz von Fraport ging es unter anderem um vermeidbare Wartezeiten. Bild: dpa

Was ist von Thorsten Schäfer-Gümbels Rücktritt zu halten? Und was unternimmt der Frankfurter Flughafen, damit weniger Passagiere ihren Flug verpassen? Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Guten Morgen!

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Das Leben ist eine einzige Ansammlung verpasster Gelegenheiten. Gestern zum Beispiel berichtete der Kollege Michael Hierholzer, dass er am Montagabend in der Darmstädter Centralstation bei einem Konzert des Moka-Efti-Orchesters war, das den Soundtrack der Fernsehserie „Babylon Berlin“ spielte. Sogar die litauische Sängerin von „Zu Asche, zu Staub“ war das, dem Stück, das sich unsereiner schon ein Dutzend Mal auf Youtube angehört hat. Tja, vorbei ist vorbei. Aber wie toll es war, können Leser der Rhein-Main-Zeitung heute im Bericht Hierholzers nachlesen, der sich schon ein bisschen für die Roaring Twenties begeistern kann. Mal sehen, ob die nächsten Twenties, die in neun Monaten beginnen, auch wieder so roaring werden.

          Verpasst hat unsereiner auch die meisten Reden von Thorsten Schäfer-Gümbel im hessischen Landtag. Okay, der SPD-Vorsitzende und – Fraktionsvorsitzende ist nicht der große Rhetoriker, aber unsereiner war stets von der großen Sachkunde und Ernsthaftigkeit  dieses Politikers beeindruckt, wenn es schon einmal Gelegenheit gab, ihm zuzuhören. Künftig werden diese Anlässe seltener sein: Nachdem er dreimal vergeblich versucht hat, Ministerpräsident zu werden, hat Schäfer-Gümbel gestern wissen lassen, dass er sich aus der Politik zurückzieht und Personalvorstand bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Eschborn wird. Das hat einerseits einen etwas faden Beigeschmack, denn ein solch wichtige Organisation sollte der Unterbringung von Politikern dienen, die in der Sackgasse stecken. Andererseits ist Schäfer-Gümbel ja fleißig, intelligent und integer, wie Matthias Alexander heute in seinem Kommentar über diese Personalie schreibt.

          Mancher Reisende muss zu den verpassten Gelegenheiten in seinem Leben zu seinem Ärger auch einen Flug zählen, den er in Frankfurt beginnen wollte. Im vergangenen Jahr kam es nicht nur einmal vor, dass die Schlangen an den Handgepäcks-Kontrollen dermaßen lang waren, dass der Flieger ohne die Passagiere starten musste, die eigentlich drinsitzen wollten. Auch darum ging es gestern während der Bilanz-Pressekonferenz von Fraport. „Das geht nicht“, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte zu den langen Wartezeiten, aber die Befürchtung ist groß, dass sich der Ärger so bald nicht abstellen lässt. Sonst laufen die Fraport-Geschäfte gut. Und so zählt es schließlich auch zu den verpassten Gelegenheiten, wenn sich jemand nicht rechtzeitig mit der Aktie des Flughafenbetreibers eindeckt: die Dividende soll in diesem Jahr von 1,50 auf zwei Euro steigen.

          Und außerdem will Dunlop in seinen Reifenwerken in Hanau und Fulda zusammen 1100 Stellen streichen, sind in einer Ausstellung des Neuen Kunstvereins Aschaffenburg jetzt die Werke regionaler Künstler zu sehen und will das Klinikum in Frankfurt-Höchst den Vorwürfen in einer RTL-Senkung mit Günter Wallraff erhobenen Vorwürfen zu den Zuständen in der Psychiatrie nachgehen.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

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          Heute ist es häufig sonnig, nur von Norden ziehen ein paar harmlose Wolkenfelder auf. Die Temperatur steigt auf milde elf Grad. Nachts ist es meist gering bewölkt bei Tiefstwerten um drei Grad.

          Geburtstag haben heute Jan Blumenthal, Hauptbevollmächtigter der Versicherungsgesellschaft Lloyd's in Deutschland, Frankfurt (62); Karl-Heinz Huth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (61); Petra Moos-Achenbach, Geschäftsführerin der Achenbach Delikatessen-Manufaktur, Sulzbach (61); Dirk Fellermann, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Wetterau, Bad Nauheim (55); Udo Recker, Hessischer Landesarchäologe, Wiesbaden (52).

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