https://www.faz.net/-gzg-9glco

FAZ.NET-Hauptwache : Unernst, Tragisch, Verlogen

  • -Aktualisiert am

Chemieunfall: Im Industriepark Griesheim ist ein Lastwagen mit einer Chemikalie umgekippt. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Debatte um die Verlegung des Industrieparks Griesheim nach einem Säureunfall. Der Tod eines Jugendlichen, der einem anderen das Leben rettete. Und Thomas Middelhoff, der sich als „arrogantes Arschloch“ bezeichnet. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der FAZ.NET-Haupwache.

          Guten Morgen!

          Wie waren wir in der Finanzkrise vor zehn Jahren froh, dass Frankfurt nicht nur eine Bankenstadt, sondern auch ein Industriestandort erster Güte ist. Mit Unternehmen, die Arbeitsplätze sichern und Gewerbesteuer zahlen. Deshalb ist es gut, wenn Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) sagt, die Stadt wolle alle drei Industrieparks erhalten, in Fechenheim, in Höchst und trotz des Unfalls mit Salzsäure auch in Griesheim. Grünen-Politiker fordern jetzt nämlich, den Standort Griesheim zu verlegen. Damit stoßen sie auf Ablehnung auch bei der Gewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie. Deren Bezirksleiter Bezirksleiter Ralf Erkens vermisst bei den Kritikern „komplett die Ernsthaftigkeit in der Debatte“. Thorsten Winter berichtet und kommentiert heute in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie tragisch ist der Tod eines 17 Jahre alte Hanauers, der einem anderen das Leben rettete. Der junge Mann türkischer Herkunft und ein Inder hatten einen Kasachen, der betrunken auf dem S-Bahn-Gleis lag, schon fast auf den Bahnsteig gehoben, als die Bahn in die Station Frankfurt-Ostendstraße einfuhr. Der Inder schaffte es im letzten Moment, sich zu retten, der Jugendliche hingegen wurde vom Zug erfasst und starb noch an der Unfallstelle. In der Rhein-Main-Zeitung steht heute alles, was Sie über das tragische Unglück wissen müssen. Den Unfug, der zunächst in den sogenannten sozialen Netzen kursierte, können Sie komplett vergessen.

          Wie gern würde man Thomas Middelhoff glauben, dass er sich von einem „arroganten Arschloch“ (Selbstbeschreibung) zu einem Zeitgenossen emporgearbeitet hat, den man auf jedem Kirchentag als Vorbild auf die Bühne bringen kann. Während einer sogenannten Fuckup-Night an der Goethe-Universität schaute der ehemalige Top-Top-Topmanager jedenfalls so betreten zu Boden wie ein Schulbub, der beim Abschreiben erwischt wurde.

          F.A.Z.-Newsletter Familie
          F.A.Z.-Newsletter „Hauptwache“

          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Zuhörer kamen irgendwann mit dem Zählen nicht mehr nach, so oft sprach er von Buße, Reue und Demut. Anna-Sophia Lang, die dabei war, wäre es lieber gewesen, „er würde ein bisschen weniger dick auftragen“. Dann würde man ihm vielleicht eher glauben.

          Und außerdem ist der Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH in Bad Schwalbach, Michael Falk, wenige Wochen nach dem Ende der Schau überraschend entlassen worden +++ beginnt im Januar der Bau des ersten Piers des neuen Terminals 3 am Frankfurter Flughafen +++ erwartet der hessische Landeswahlleiter Kanther, dass die Abweichungen zwischen vorläufigem und endgültigem Ergebnis der Landtagswahl „im Rahmen des Üblichen“ liegen werden. Die Zahlen gibt es morgen.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Werner D‘Inka

          Heute in „Leben in Rhein-Main“

          Für wen ist es kränkender, wenn eine Sängerin als „singender Wellensittich“ tituliert wird – für sie oder für ihn? Zum Glück muss das hier nicht entschieden werden, hier können wir uns auf den Hinweis beschränken: Diese Woche kommt Kylie Minogue nach Frankfurt, eine der erfolgreichsten Popsängerinnen überhaupt. Wer es mehr mit Essen und Trinken hat, sei auf die Rückseite des Buches „Leben in Rhein-Main“ verwiesen, dort geht es um Crab Mayonnaise, T-Bone-Steak und Gingo Gin.

          Wetter

          In der Frühe gibt es auch heute wieder dichte Nebelfelder. Sie lösen sich aber schneller auf als in den letzten Tagen und dann scheint die Sonne bei bis zu 11 Grad. Nachts wieder Nebel, 2 Grad.

          Geburtstag haben heute Michael Bußer (CDU), Staatssekretär und Sprecher der Hessischen Landesregierung, Wiesbaden (58); Susanne Fröhlich, Frankfurter Radiomoderatorin und Schriftstellerin (56); Matthias Feltz, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs Hessen-Thüringen, Frankfurt (62); Alexander Conrad, Cheftrainer des FSV Frankfurt (52); Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe Offenbach GmbH (52); Julia Cloot, Kuratorin und stellvertretende Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main (50); Nina Janich, Sprachwissenschaftlerin, Sprecherin der Aktion „Unwort des Jahres“, Darmstadt (50).

          Weitere Themen

          Paradies hinter verschlossenen Toren

          Boehlepark in Frankfurt : Paradies hinter verschlossenen Toren

          Grün, so weit das Auge reicht. Der Boehlepark in Frankfurt Sachsenhausen ist eine kleine Oase am Rande der großen Stadt. Wie schön der Park wirklich ist, wissen die wenigsten. Denn der Zutritt zu dem Gelände ist verboten.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.