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FAZ.NET-Hauptwache : Trick, Distanz, Fassade

Bei dem Telefonbetrug werden Senioren oft über Stunden hinweg am Telefon unter Druck gesetzt (Symbolbild). Bild: dpa

Wie erwischt man Telefonbetrüger? Wofür steht der neue Vorsitzende des SPD-Bezirks Hessen-Süd? Wo bekommt Offenbach ein neues Hochhaus? Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          4 Min.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Man wundert sich immer wieder, wenn man hört, wie oft es Trickbetrügern gelingt, vor allem ältere Leute dazu zu bringen, ihnen ihre Wertgegenstände auszuhändigen. Ein Anrufer gibt sich dann als Oberkommissar aus, warnt vor einem bevorstehenden Einbruch, vor dem man sich nur schützen könne, indem man den Schmuck zusammenpacke und zur Abholung durch seine Kollegen vor das Haus lege. Unser Justizexperte Helmut Schwan ist der Sache nachgegangen. Eine Polizeisprecherin berichtet, mit welcher Selbstsicherheit und Autorität die Anrufer auftreten. Sogar geistig sehr rüstige Rentner lassen sich von ihnen einschüchtern. Nur selten kommt es dazu, dass ein potentielles Opfer Verdacht schöpft und die Polizei ruft, die dann einen der Täter schnappt. Das hilft allerdings nur begrenzt, denn bei den Festgenommenen handelt es sich um jene, die ganz unten in der Hierarchie der kriminellen Organisation stehen. Die „Manager“ sitzen zumeist in der für sie sicheren Türkei.

          Der SPD-Bezirk Hessen-Süd hat einen neuen Vorsitzenden. Er heißt Kaweh Mansoori und ist 30 Jahre alt. Im Interview mit Hans Riebsamen hält er betont Distanz zum hauptamtlichen Politikbetrieb und betont, dass er sich nach zwei Jahren als Referent der SPD-Landtagsfraktion für den Beruf des Rechtsanwalts entschieden hat. Vor allem aber verrät er, wie es mit seiner Partei wieder aufwärts gehen könnte. Er will sie für Themen öffnen, die den Jungen am Herzen lägen, also neben dem Klimaschutz etwa die Ablehnung von Upload-Filtern und der Vorratsdatenspeicherung. Und er will „den Reichsten“ ans Portemonnaie, mittels Vermögensteuer. Hm, schauen wir mal, ob das der Weg zur Sonne ist.

          Offenbach bekommt ein neues Hochhaus, 70 Meter ist es hoch, und es wird auf der Hafeninsel entsteht. Der Entwurf stammt vom renommierten Frankfurter Büro Meixner Schlüter Wendt, was erfreulicherweise darauf hindeutet, dass es dem Projektentwickler anders als vielen Kollegen in der Nachbarstadt nicht darauf ankommt, eine möglichst billige Kiste zu bauen. Denn Meixner Schlüter Wendt sind für ihre differenzierte Fassadengestaltung bekannt. Überhaupt hat die heutige Ausgabe der Rhein-Main-Zeitung einen kleinen Architekturschwerpunkt. Wir stellen das Buch „100 Jahre Moderne in Hessen“ vor. Wer jetzt befürchtet, einmal mehr die sattsam bekannten Bilder vom Bauhaus und seinen Nachahmern gezeigt zu bekommen, wird angenehm überrascht sein. Die Autoren haben den Begriff der Moderne weiter gefasst als gemeinhin üblich.

          Und außerdem: haben sich zwei miteinander verheiratete Männer in Wiesbaden gegenseitig mit Messern umgebracht; ist in Weiterstadt ein Radfahrer gestorben, nachdem er von einem Lastwagen erfasst worden war; verzichtet die CDU auf einen Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl in Bad Schwalbach.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander


          Der Tipp zum Wochenende

          So könnte das Rheingauer Paradies aussehen: eine alte, malerische Mühle, umgeben von Wiesen und Weiden, die von einem romantischen Bach durchschlängelt werden. Ein Paradies, das Werner und Peter Reck erst vor zwei Jahren übernommen haben: zwei Seiteneinsteiger, die vor allem Leidenschaft für Riesling und Spätburgunder mitbringen. Für die Küche haben sie Hans-Peter Schmitt als Patron verpflichtet, der seinen Gästen sehr gute Wildgerichte auftischt. Die Gaststube hat ein ganz besonderes Ambiente und erlaubt eine Art Zeitreise um einige Jahrzehnte in die Vergangenheit. Am schönsten sitzt es sich freilich im idyllischen Garten.

          Schamari-Mühle, Grund 65, 65366 Geisenheim, Telefon 0 67 22/6 45 37, Internet www.schamari.de. Geöffnet donnerstags, freitags und montags von 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 Uhr an.

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