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FAZ.Net-Hauptwache : Tiere im Zoo, Wahl im Landtag, Moderne in Frankfurt

Aufs weite Feld statt hoch hinaus: Die Giraffen des Frankfurter Zoos könnten bald an die A5 ziehen und neben dem geplanten Neubaugebiet über die Autobahn schauen statt auf das Frankfurter Ostend. Bild: EPA

Der Frankfurter Zoo könnte an den Stadtrand verlegt werden. Die Deutsche Bahn zahlt 50 Millionen Strafgebühren an den RMV. Der hessische Landtag wählt heute den Ministerpräsidenten. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Guten Morgen!

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Was würde wohl Bernhard Grzimek dazu sagen? Der einstige Direktor des Frankfurter Zoos, den älteren Lesern dieses Newsletters (wie auch seinem Verfasser, tja, man wird nicht jünger) noch bekannt aus Funk und Fernsehen, würde vermutlich jubelnd durchs Nashorngehege hüpfen, nachdem er die heutige Rhein-Main-Zeitung gelesen hätte. Was ihn ganz bestimmt so vergnüglich stimmen würde: Der Direktor des Regionalverbands, Thomas Horn, hat vorgeschlagen, den Zoo aus der Enge der Innenstadt an den Stadtrand zu verlegen, an die A5, wo gerade eine Wohngebiet geplant und wo viel, viel mehr Platz ist, vielleicht sogar für Elefanten. Die Wohnungen sollen statt dessen hinter dem Zoogesellschaftshaus den Zoo ersetzen. Die Geschichte haben wir dank unserer auf Regionalthemen spezialisierten Kollegin Mechthild Harting heute alleine im Blatt, und sie löst viele Gedanken aus, die nicht weniger vergnüglich sind als die, die einen Zoodirektor bei solchen Plänen nahezu zwangsläufig befallen. Zum Beispiel, wie die Giraffen künftig total den Autos auf der A5 hinterhergucken. Nur an Horns Idee, den neuen Zoo als interkommunales Projekt zu planen, melden wir leise Zweifel an. So, wie die regionale Zusammenarbeit gemeinhin klappt, haben die künftigen Bewohner des Tiergartens dann einen Rüssel, zwei Höcker und Füße wie Pinguine.

          Andererseits: Auch diese regionale Fabelwesen hätten morgens alle Zeit der Welt, auf die Beine zu kommen und sich zu ordnen. Zwar hätte der Zoo dort am Stadtrand eine gute Anbindung an den Nahverkehr (U-Bahn, Regionaltangente West), aber die Leute kämen eh später an als geplant, weil die Züge der Deutschen Bahn in der Region meistens nicht pünktlich sind. Im vergangenen Jahr hat der Staatskonzern wegen der vielen Verspätungen der S-Bahn an die 50 Millionen Euro Konventionalstraße an den RMV gezahlt, wie unser Verkehrsexperte Hans Riebsamen herausgefunden hat. Nun soll alles besser werden, aber wie, das verraten wir nur in der Zeitung, die gegen kleines Entgelt im gutsortierten Zeitschriftenhandel erhältlich ist. Ach, wie viele Giraffen, die hinter Autos herstarren, hätte man mit 50 Millionen Euro fürstlich füttern können?

          Zum Schluss ein Blick nach vorn, aber von der Fauna lassen wir nicht. Es sind nämlich wirklich hohe Tiere, die heute die Agenda bestimmen: An diesem Freitag konstituiert sich der hessische Landtag, und der Ministerpräsident steht zur Wahl. Volker Bouffier (CDU) hat alles unternommen, dass ihn nicht das Schicksal von Heide Simonis ereilt, die einst bei der Wiederwahl in das höchste Amt in ihrem Bundesland, in diesem Fall eben in Schleswig-Holstein, ereilte – sie fiel bekanntlich durch. Aber ein Restrisiko bleibt bei der knappen Mehrheit von einer Stimme allemal, schließlich ist der Politiker dem Politiker gelegentlich ein Wolf. Morgen um diese Uhrzeit wissen wir mehr.

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