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FAZ.NET-Hauptwache : Stadtverbot, Stadtplanung, Stadtverkehr

Läuft erstaunlich gut: Schienenersatzverkehr anlässlich der Sperrung der Frankfurter Bahnen U1, U2, U3 und U8. Bild: Helmut Fricke

Bei hessischen Politikern schäumt die Regulierungswut über und das Rhein-Main-Gebiet ist auf dem Papier nahezu „vollbeschäftigt“. Das und was sonst noch wichtig ist in der Region, lesen Sie in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Guten Morgen!

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Wie werden Historiker wohl dereinst ihre Kapitel über das zu Ende gehende zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts überschreiben? Vielleicht mit: „Ungehemmte Regulierungswut“. Gestern jedenfalls hatten die Kollegen vom Hessischen Rundfunk die Idee, Politiker in der Landeshauptstadt zu ihrer Meinung über SUVs zu bitten, und prompt sprudelte es aus ihnen nur so raus: Der Staat kapituliere vor der Schwemme der „Monster-Autos“, schimpfte Janine Wissler von der Linken, die „Stadtpanzer“ müssten unattraktiv gemacht werden, nötig sei ein „Stadtverbot“ für diese Fahrzeuge. Die Grünen Tarek Al-Wazir und Priska Hinz schimpften auch, argumentieren aber als Minister viel feinsinniger, Umweltministerin Hinz regte eine stärkere Besteuerung von Autos nach Gewicht und Emissionen an. Immerhin kein Verbot. Aber die Regulierungswut, sie ist eben doch weit verbreitet.

          Wie Historiker eines Tages über die Frankfurter Multifunktionshalle berichten werden, ist hingegen noch völlig ungewiss. Wer weiß, ob sie nicht in einer späteren Neuauflage des Buches über das ungebaute Frankfurt landet, das vor Jahresfrist Kollege Matthias Alexander aus dem Rhein-Main-Ressort verfasst hat. Geredet wird viel, verbaut worden ist bis zur Stunde noch kein einziger Stein. Nun hat aber die SPD-Fraktion im Römer einen solchen ins Wasser geworfen, indem sie die Stadtregierung gebeten hat, die erst wenige Wochen alte Idee einer solchen Halle am Flughafen zu prüfen. Das ist eine feine Spitze gegen den von der CDU gestellten Wirtschaftsdezernenten, der die schon etwas ältere Idee einer solchen Halle am Kaiserlei vorantreibt. Aber „prüfen“ ist ja nie falsch.

          Recht klar ist immerhin, was eines Tages über dieses Jahrzehnt in dem Abschnitt zu lesen sein wird, der sich mit dem Arbeitsmarkt befasst. In weiten Teilen des Rhein-Main-Gebiets ist die Vollbeschäftigung erreicht, und auch wenn manche kräftig daran arbeiten, das Bild zu verzerren: die ganz überwiegende Zahl der Jobs ist nicht befristet und durchaus gut bezahlt. 55.000 Arbeitsplätze in Hessen sind unbesetzt, außerdem 16.000 Lehrstellen. Auch wenn 147.000 Frauen und Männer noch immer als arbeitslos gemeldet sind – alles in allem sind die Zahlen, die Kollege Falk Heunemann heute auf der Wirtschaftsseite vorstellt, überaus erfreulich.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem kommen die Frankfurter mit der gestern in Kraft getretenen Sperrung der U-Bahn-Stammstrecke für die Linien 1, 2, 3 und 8 gut zurecht, wie die Zeitung heute berichtet, ist die Zahl der Aussteller und Besucher auf der gestern zu Ende gegangenen Herbstmesse namens Tendence weiter gesunken, hat der Club Robert Johnson in Offenbach am Wochenende sein zwanzigjähriges Bestehen gefeiert, die F.A.Z. berichtet ausführlich.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

          Wetter

          Heute wieder viel Sonnenschein, und die Temperaturen erreichen 29 Grad. Der nördliche Wind weht zeitweise mäßig. Auch nachts bleibt der Himmel gering bewölkt, dazu kühle 13 Grad.

          Geburtstag haben heute

          Hildebrand Diehl (CDU), Stadtältester, ehemaliger Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden (80); Bernolph Freiherr von Gemmingen-Guttenberg, Geschäftsführender Administrator der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung und der von Schad'schen Stiftung, Frankfurt (56); Bernhard Bauer, Geschäftsführer der Seat Deutschland GmbH, Weiterstadt (54); Andrea-Eva Ewels, Geschäftsführerin der Gesellschaft für deutsche Sprache, Wiesbaden (49); Stefan Ruppert, Mitglied des Deutschen Bundestags, FDP-Landesvorsitzender, Oberursel (48).

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