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FAZ.NET-Hauptwache : Sozialdemokraten, Schulen und Stromverbrauch

Alexander Lorz, Kultusminister von Hessen, stellt bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei das Programm „Digitale Schule Hessen“ vor. Bild: dpa

Die Landesregierung stockt den Digitalpakt auf. Der Nachholbedarf scheint groß, doch auch die Bedenken sind beachtlich. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Guten Morgen,

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          tja: Wer muss ran, wenn nichts mehr geht? Natürlich die politische Garde aus dem Rhein-Main-Gebiet. Zwei Drittel des neuen, interimistisch tätigen Trios an der Spitze der SPD stammen aus diesem Ballungsraum, nämlich Malu Dreyer, Ministerpräsidentin in Mainz, und Thorsten Schäfer-Gümbel, Oppositionsführer im Landtag zu Wiesbaden.

          Und wenn man es recht bedenkt: Gerade für Schäfer-Gümbel ist der vorübergehende Spitzenposten wie geschaffen. Wechselt er doch im Herbst zur Entwicklungshilfe-Organisation GIZ in Eschborn. Jetzt kann er in Berlin schon einmal üben, wie das so ist: aufpäppeln, an die Hand nehmen, auf die Beine stellen. Die SPD hat’s nicht weniger nötig als manches Entwicklungsland.

          500 Millionen Euro für Digitalpakt

          Entwickeln sollen sich auch die Schulen Hessens. Die Landesregierung ließ wissen, dass sie die Bundesmittel aus dem Digitalpakt erhöhen werde, so dass für die Digitalisierung der Schulen dieses Bundeslandes alles in allem 500 Millionen Euro bereit stehen. Der Nachholbedarf scheint groß, es kann ja nicht falsch sein, die jungen Leute auf die Zukunft vorzubereiten.

          Trotzdem sind auch die Bedenken beachtlich. Huch, darf man denn Schüler im 21. Jahrhundert ernsthaft mit einem Computer konfrontieren? Der für Schulen zuständige Kollege Matthias Trautsch ordnet in seinem Kommentar in der heutigen Ausgabe der Rhein-Main-Zeitung die unverhoffte Investitionswelle in den Bildungsstätten ein.

          Kräftig investiert zu haben scheint auch die Wirtschaft in Wiesbaden, denn die Zahl der Arbeitsplätze ist seit 1990 um sieben Prozent gestiegen. Super eigentlich. Nun hat sich damit aber auch der Stromverbrauch erhöht, klar. Die Beschäftigten wollen schließlich auch im Winter im Hellen arbeiten, und im Industriepark Kalle-Albert läuft es auch nur mit Strom so richtig schön rund. Also alles bestens? Nicht doch. Denn im Jahr 2007 hat die Stadtverordnetenversammlung den undurchdachten Beschluss gefasst, der Stromverbrauch in Wiesbaden müsse sinken, und dieses Ziel ist nun wegen des kleinen Wirtschaftsbooms verfehlt. Es passt zur gegenwärtigen Hysterie in der Umweltpolitik, dass die Grünen in der Landeshauptstadt jetzt meinen, es müsse daher der „Klimanotstand“ ausgerufen werden. Unser Korrespondent Oliver Bock berihtet und kommentiert.

          Und außerdem ist der Präsident des Regierungspräsidiums Kassel, Walter Lübcke, offenbar Opfer einer gezielten Tötung geworden +++ befasst sich das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt in einer neuen Ausstellung mit digitalen Welten +++ nimmt sich der Verkehrsclub Deutschland das Recht heraus, noch bis Freitag in der Region Autos, die falsch parken, mit Sahne zu besprühen, weil er meint, Falschparken sei nicht erste Sahne, na ja.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

          Wetter

          Heute wechseln zunächst Sonne und Wolken, später setzt sich von Süden verbreitet die Sonne durch. Die Höchstwerte liegen bei 33 Grad. In der Nacht ziehen wieder Wolken auf. Um 18 Grad.

          Geburtstag haben heute

          Salomon Korn, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Ehrenprofessor und Träger der Wilhelm-Leuschner-Medaille (76); Reiner Bousonville (Die Grünen), Fraktionsvorsitzender im Kreistag Main-Kinzig (58); Birgit Pörtner (Die Grünen), Stadtverordnetenvorsteherin in Darmstadt (56); Elke Gruhn, Vorsitzende und künstlerische Leiterin des Nassauischen Kunstvereins, Wiesbaden, Vorsitzende der Kulturinitiative Rhein-Main (53); Sascha Ahnert, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Darmstadt (50); Philipp Demandt, Direktor der Schirn Kunsthalle, des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt (48).

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