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FAZ.NET-Hauptwache : Schöne Zahlen, große Sehnsucht, langer Name

In Frankfurt erreicht der Wohnungsneubau Rekorde. Doch sind die Zahlen mehr Schein als Sein? Bild: dpa

In Frankfurt erreicht der Wohnungsbau Rekordzahlen und in Flörsheim verlässt ein Priester wegen des Zölibats die katholische Kirche. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Das hört sich doch einmal nach einer guten Nachricht an: „Wohnungsbau in Frankfurt hält mit Wachstum schritt“ lautet eine Überschrift in der heutigen Ausgabe der Rhein-Main-Zeitung. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) konnte stolz verkünden, dass im vergangenen Jahr so viele Wohnungsbauten genehmigt worden seien wie seit Anfang der sechziger Jahre nicht mehr, nämlich 7326. Das seien rechnerisch genug, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Zumindest mit dem im vergangenen Jahr.

          Allerdings muss man wohl doch einiges Wasser in Josefs Wein schütten: Bei vielen Wohnungen handelt es sich um Studentenwohnheimplätze und sogenannte Mikroapartments, die für schöne Stückzahlen, aber wenig Raumgewinn sorgen. Und die Neubauten sind vor allem durch Verdichtung in bestehenden Quartieren entstanden. Dort aber ist das Potential endlich. Weiß Josef natürlich auch alles. Jetzt kommt es darauf an, dass er die Atempause nutzt, um die Ausweisung von Neubaugebieten voranzutreiben.

          In Flörsheim wird wohl eine Wohnung frei, denn der dortige katholische Priester verlässt seine Gemeinde. Pfarrer Sascha Jung hat seinen Schäflein mitgeteilt, dass er nicht länger ihr Hirte sein könne. Er hat bei Bischof Georg Bätzing um Beurlaubung gebeten, um für sich „der Frage der Lebensform des Zölibats nachzugehen“. Kirchenredakteur Tobias Rösmann hat mit Jung gesprochen, der bis zum Sommer in der Benediktiner-Abtei in Münsterschwarzach herausfinden möchte, wie es für ihn weitergeht. Gerüchten, er habe bereits eine Beziehung und werde Vater, widerspricht der Geistliche. Dafür berichtet der Dreiundvierzigjährige, der auch mit ziemlich derben Auftritten in der Fastnacht von sich reden gemacht hat, von Sehnsüchten, die jede Trauung und jede Taufe in ihm ausgelöst hätten.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Weniger Zuneigung, eher Vernunft gebietet ein engeres Zusammengehen von Sicherheitsbehörden und Justiz im Kampf gegen jede Spielart von Extremismus. Und so ist ein neues Hessisches Extremismus- und Terrorabwehrzentrum gegründet worden. An dem Projekt mit dem langen Namen beteiligt sind Landeskriminalamt, Verfassungsschutz und Generalstaatsanwaltschaft. Sie wollen nicht zuletzt verstärkt auf Erkenntnisse von kommunalen Behörden zurückgreifen, die als erste auf Anzeichen einer Radikalisierung aufmerksam werden können. Polizeireporterin Katharina Iskandar berichtet. Und sie kommentiert die Perspektiven der noch etwas wolkige Initiative – wohlwollend, aber auch mit einer gehörigen Portion Skepsis.

          Und außerdem sind aus dem Wildpark Knüll in Nordhessen vermutlich zwei Luchse entkommen, haben Trickbetrüger eine 71 Jahre alte Frankfurterin mit einer besonders perfiden Masche um 10.000 Euro gebracht, ist der mutmaßliche Auftraggeber einer Mordes nicht vor dem Frankfurter Landgericht erschienen, obwohl ihm freies Geleit angeboten worden war.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Wetter

          Heute ist es wechselnd bewölkt und bei 8 Grad meist trocken. Gegen Nachmittag werden die Wolken dichter, und der Wind frischt auf. In der Nacht regnet es dann bei 4 Grad.

          Verkehr

          Frankfurt: Die Bauarbeiten zur Instandsetzung des Überführungsbauwerkes Ratswegbrücke-Hochstraße-Riederwald haben begonnen. Es befindet sich zwischen den Anschlussstellen Frankfurt-Friedberger Landstraße und Offenbach-Kaiserlei der A661. Die Bauarbeiten in Fahrtrichtung Bad Homburger Kreuz (Fahrtrichtung Norden) dauern voraussichtlich bis zum Sommer. Während der Bauzeit stehen auf der A661 grundsätzlich alle Fahrstreifen zur Verfügung. Über die gesamte Bauzeit werden jedoch einzelne nächtliche Sperrungen notwendig. Diese Sperrungen werden in den verkehrsarmen Zeiten ausgeführt, um die Auswirkungen auf den Pendlerverkehr in diesem Streckenabschnitt so gering wie möglich zu halten.

          Geburtstag haben heute

          Thomas Raasch, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (54); Udo Kröger, Vorstand der Frankfurter Bankgesellschaft (Deutschland) AG (48); Christoph Degen (SPD), Mitglied des Hessischen Landtags, Hanau, Parteivorsitzender im Main-Kinzig-Kreis (39).

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