https://www.faz.net/-gzg-9nzp9

FAZ.NET-Hauptwache : Rotmilan, Orangesäulen, Blaumacher

  • -Aktualisiert am

Rotmilane werden häufig Opfer von Windkraftanlagen, weil sie im Flug meistens auf den Boden schauen. Bild: dpa

Warum Tierschützer sich für den Rotmilan einsetzen und wie die Zukunft der Notrufsäulen an den Autobahnen aussieht. Das und was sonst noch wichtig ist in der Region, steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Guten Morgen!

          Gelegentlich macht Tarek Al-Wazir einen hübschen Witz: „Den Rotmilan wollen jetzt Leute schützen, die ihn bis vor kurzem noch für einen serbischen Freischärler hielten.“ Die Sache ist tatsächlich nicht ohne Pointe, stoßen sich doch zwei grüne Herzensangelegenheiten hart im Raum: Artenschutz und Energiewende. Denn wo der Rotmilan ist, kann ein Windrad nicht sein. Weswegen von Schwarzen beherrschte Bürgerinitiativen viel Geld in Gutachten investieren in der Hoffnung, einen Rotmilan zu finden. Durchaus mit Erfolg: Etliche für die Windkraft an und für sich geeignete Plätze sind als Standorte ausgeschlossen worden, weil in der etwa siebenjährigen Planungsphase irgendwann einmal ein Rotmilan dort gebrütet hat. Mechthild Harting beschreibt den Zielkonflikt und den eleganten Rotmilan heute in der Rhein-Main-Zeitung.

          Stehen wir auch vor einer Notrufwende? Will heißen: Werden die orangefarbenen Notrufsäulen an den Autobahnen noch gebraucht, da doch fast jeder ein Mobiltelefon hat? Dass der Betreiber der Säulen sie nicht aufgeben will, ist klar. Dafür hat er aber ein gutes Argument: Wer sich an einer Säule meldet, gibt automatisch zu erkennen, wo er ist. Wer nach einem Unfall oder wegen einer Panne mit dem Handy nach Hilfe ruft, erinnert sich vielleicht mit Mühe an die Notrufnummern 112 und 110, bringt aber auf die Frage „Wo sind Sie?“ allenfalls die Antwort „Kurz hinter Frankfurt“ heraus. Hans Riebsamen berichtet und schreibt, welche Notrufsäule in Hessen am häufigsten benutzt wird: Es ist die mit der Nummer 3539. Und wo steht die? Tja, Zeitungsleser wissen mehr.

          Der Fall Gerich hätte eine seriöse Debatte darüber abgeben können, was sich in einem Wahlamt gehört und was nicht, wo Freundschaft aufhört und Amigotum anfängt und warum alle auf Dauer am besten fahren, wenn „jeder sei Sach‘ selber zahlt“, wie der Schwabe sagt. Das hätte allerdings vorausgesetzt, dass sich der Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich dieser Verantwortung gestellt hätte. Gerich sind symbolische Spatenstiche und Eröffnungsfeiern mit Sekt und Häppchen allerdings bis zuletzt wichtiger, als sich im Revisionsausschuss Fragen nach seinen Maßstäben zu stellen – schade. Unser Wiesbaden-Korrespondent Oliver Bock berichtet und kommentiert.

          Und außerdem sind im Rhein-Main-Gebiet wieder Trickbetrüger am Werk, die sich am am Telefon als Polizisten ausgeben, aber keine sind +++ kommen Testkäufer in Frankfurt bei jedem dritten Versuch in Supermärkten an Alkohol, obwohl sie erkennbar minderjährig sind +++ gibt die Oper Frankfurt am 20. Juni von 11 Uhr an ein Gedenkkonzert für ihren einstigen Generalmusikdirektor Michael Gielen.

          Einen unbeschwerten Tag wünscht Ihnen

          Ihr Werner D‘Inka

          Der Tipp zum Wochenende

          Gute Küche, alles selbstgemacht, eine schöne Einrichtung: Im „Bornheimer Ratskeller“ paaren sich Rustikalität und Stil. Das Lokal oberhalb des Eisstadions in Frankfurt ist ein Gewinn für die Restaurant-Landschaft der Mainmetropole. Seine Geschichte geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Seit 2012 stand es allerdings leer, Mario Furlanello, der Architektur studiert hat und ausgebildeter Koch und Metzgergeselle ist, hat es renoviert und neu eröffnet. Das was jetzt aus der einsehbaren Küche des modern-rustikal eingerichteten Lokals kommt, ist originell und geeignet für all die Tage, an denen man, im Wortsinne, einfach gut essen möchte: Regionales mit Anspruch.

          Weitere Themen

          Opfer wegen der Hautfarbe

          Angriff auf Eritreer : Opfer wegen der Hautfarbe

          Der Schütze von Wächtersbach handelte aus rassistischen Motiven. Der niedergeschossene Eritreer war laut den Ermittlern ein Zufallsopfer. Ein Abschiedsbrief liefert ein weiteres Detail zur Tat.

          Topmeldungen

          Angriff auf Eritreer : Opfer wegen der Hautfarbe

          Der Schütze von Wächtersbach handelte aus rassistischen Motiven. Der niedergeschossene Eritreer war laut den Ermittlern ein Zufallsopfer. Ein Abschiedsbrief liefert ein weiteres Detail zur Tat.
          Blick ins Zwischenlager in Gorleben (Bild aus 2011)

          Atommüll-Entsorgung : So arbeitet Deutschlands erster Staatsfonds

          Wie kann man heute 24,1 Milliarden Euro anlegen? Die Antwort muss die Stiftung geben, die zur Finanzierung der Atommüll-Entsorgung gegründet wurde. Jetzt soll erstmals ein Gewinn zu Buche stehen.
          Außenminister: Jean-Yves Le Drian (links) und Heiko Maas (rechts)

          Regierungsbeschluss : Berlin will vorerst keine Schiffe an den Golf schicken

          Außenminister Heiko Maas will sich der Strategie Amerikas nicht anschließen. Da ist er sich mit seinem englischen und französischen Amtskollegen einig. Stattdessen sieht er die Anrainer in der Pflicht.
          Winfried – Markus, Markus – Winfried: Die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Bayern, Kretschmann und Söder, in Meersburg

          FAZ Plus Artikel: Bayern und Baden-Württemberg : Auf der Südschiene

          Markus Söder und Winfried Kretschmann bemühen sich um Nähe zueinander. Der eine will umweltfreundlicher wirken, der andere ein wenig konservativer. Und beide sind sich einig, dass Deutschland einen starken Süden braucht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.