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FAZ.NET-Hauptwache : Rote Zahlen, pathetische Formulierungen, zerklüftete Landschaft

Sulaba statt Helaba: Die Sparkassen in Hessen sind für eine Super-Landesbank. Bild: dpa

Im Römer stellt sich die Frage nach dem Grund für rote Zahlen trotz boomender Konjunktur und die Helaba könnte bald zur Super-Landesbank werden. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Redakteur im Feuilleton.

          Hand aufs Herz: Lesen Sie Berichte über Etatberatungen? Dass das Thema wichtig ist, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Das Etatrecht ist der Machtkern jedes Parlaments und insofern der Wesenskern der demokratischen Ordnung. Die Materie ist aber auch ein wenig dröge und zahlenlastig. Die Redaktion der Rhein-Main-Zeitung hat sich dafür entschieden, ausführlich über die Haushaltsberatung der hiesigen Stadtverordnetenversammlungen zu berichten. In der heutigen Ausgabe ist Frankfurt an der Reihe. Und wir werden auch nicht müde werden, die Fraktionen zur Haushaltsdisziplin aufzufordern. Heute übernimmt das mein Kollege Ralf Euler in seinem Kommentar. Es gibt schließlich durchaus Anlass zur Besorgnis: trotz boomender Konjunktur schreibt die Stadt zum dritten Mal in Folge rote Zahlen.

          Die Rhein-Main-Zeitung hat es schon in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, heute folgt die offizielle Verkündung: die schwarz-rot-grüne Koalition im Frankfurter Römer hat beschlossen, dass ein Abschnitt der A661 eingehaust, also in einen Tunnel verlegt werden soll. Dadurch soll das geplante Ernst-May-Viertel im Nordosten der Stadt um zusätzliche 800 Wohnungen vergrößert werden können. An pathetischen Formulierungen mangelte es gestern nicht: „Wir schreiben heute Geschichte“, meinte Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Und die Grünen-Politikerin Jessica Purkhardt rief gar die „Versöhnung der Stadt mit der Autobahn“ aus. Wir müssen leider etwas Wasser in den Champagner gießen: ob es wirklich zu dem 350-Millionen-Euro-Projekt kommt, steht in den Sternen. Vieles in der Kalkulation ist auf Hoffnung gebaut, etwa auf Zuschüsse von Land und Bund.

          Die Landschaft der Sparkassen und Landesbanken muss man sich ein wenig vorstellen wie die Europäische Union. In den einzelnen Gliederungen werden regionale Eitelkeiten gepflegt, das ganze Gebilde ist ziemlich zerklüftet und für Außenstehende einigermaßen undurchschaubar. Manche Akteure wollen in dem Bemühen, einheitliche Strukturen zu schaffen, vorangehen und eine Art Super-Landesbank schaffen. Zu ihnen zählt Gerhard Grandke. Der frühere Offenbacher Oberbürgermeister ist der geschäftsführende Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen. Er sagt, zur Not werde eine Koalition der Willigen vorangehen, was an das Europa der zwei Geschwindigkeiten erinnert. Manfred Köhler deutet auf der Wirtschaftsseite die Zeichen, die während der Präsentation der Geschäftszahlen der Sparkassen in Hessen und Thüringen ausgesendet wurde. Keine leichte Materie, aber eine spannende.

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          Und außerdem werden weitere Fälle möglicher rechtsextremistischer Umtriebe in der hessischen Polizei untersucht, handelt es sich bei dem auf der A6 in Baden-Württemberg überfahrenen Tier um den Wolf, der im Januar aus dem Tierpark im nordhessischen Homberg (Efze) entlaufen ist, muss die Frankfurter Rapperin „Schwesta Ewa“ noch einmal in Haft.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Der Tipp zum Wochenende

          Die Klassikstadt im Frankfurter Osten ist Anziehungspunkt für Autoliebhaber und Oldtimer-Fans – und in der „Werkskantine“ werden sie verköstigt. In dem Lokal in der ehemaligen Landmaschinenfabrik wird überwiegend deftige, fleischlastige Hausmannskost serviert. Viele Gerichte haben einen regionalen Bezug, und so können auch aus dem Rheinland oder Nordhessen angereiste Autonarren die Gelegenheit nutzen und einmal einen ordentlichen Handkäs mit Musik, eine cremige Grie Soß oder Frankfurter Apfeltiramisu probieren.

          „Die Werkskantine“, Orber Straße 4a, 60386 Frankfurt, Telefon 069/41674151, Internet www.die-werkskantine.de. Geöffnet montags bis samstags von 11 bis 23 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr.

          Wetter

          Heute bleibt der Himmel oft bewölkt, und gelegentlich regnet es auch. Zwischen den Regenwolken kann sich nur selten auch mal die Sonne zeigen. Dazu gibt es 12 Grad. Nachts trocken bei 6 Grad!

          Geburtstag haben

          heute

          Ulrich Baier (Die Grünen), stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher im Frankfurter Stadtparlament (79); Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, Vorsitzender des Kuratoriums des Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main, Bad Homburg (79); Horst Schnur (SPD), Vorsitzender der Odenwald-Stiftung, Erbach, ehemaliger Landrat des Odenwaldkreises (77); Thomas Löhr, Weihbischof im Bistum Limburg (67); Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, Hofheim am Taunus (59); Peter Gerber, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Cargo AG, Frankfurt (55); Matthias Klüh, Geschäftsführer des Uhrenherstellers Guinand, Frankfurt (55); Sascha John, Geschäftsführer der Sana-Klinikum Offenbach GmbH (50);

          am Samstag

          Bernd Fülle, Geschäftsführender Direktor des Staatstheaters Wiesbaden (70); Götz Rehn, Gründer und Geschäftsführer des Biolebensmittelhändlers Alnatura, Darmstadt (69); Christiane Cuticchio, Gründerin und Leiterin des Ateliers Goldstein, Frankfurt (65); Brigitte Holz, Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Wiesbaden (65); Michael Quast, Frankfurter Schauspieler, Kabarettist und Regisseur (60); Frank Heinricht, Vorstandsvorsitzender der Schott AG, Mainz (57); Winfried Wilhelmy, Direktor des Mainzer Dom- und Diözesanmuseums (57); Jörg Blaurock, Technischer Geschäftsführer der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH und der Fair GmbH, Darmstadt (55);

          und am Sonntag

          Udo Bentz, Weihbischof im Bistum Mainz (52); Katja Leikert, Mitglied des Deutschen Bundestags (Wahlkreis Hanau), Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Main-Kinzig (44); Marius Weiß, Mitglied des Hessischen Landtags, Idstein, Vorsitzender der SPD Rheingau-Taunus (44);

          Weitere Themen

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