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FAZ.NET-Hauptwache : Problem gesucht, zu früh gefreut, Optionen vermehrt

Schlafenszeit: Wenn Kinder über Nacht in der Kita bleiben könnten, wäre das nach Meinung der Römerkoalition eine Hilfe für Alleinerziehende. Bild: Getty

Erziehern könnten bald lange Nächte bevorstehen und die Verbindung zwischen Hanau und Frankfurt lässt noch auf sich warten. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Was macht man als Politiker, wenn man viele Probleme hat, aber keine Lösungen? Man nimmt eine Lösung und sucht sich ein Problem. Das hat sich die schwarz-rot-grüne Koalition in Frankfurt gedacht und erwägt die Einführung von Kindertagesstätten, die täglich 16 Stunden oder sogar rund um die Uhr in Betrieb sein sollen. Klingt doch erst einmal gut, mag man sich denken, dann wissen all die Alleinerziehenden, die im Schichtdienst tätig sind, ihre Kleinen in guten Händen. Die Frage ist nur, ob der Bedarf tatsächlich so groß ist, wie angenommen. Und ob sich überhaupt Erzieher fänden, die zu nachtschlafender Zeit tätig sein wollen. Und – ein altmodischer Gedanke vielleicht – wie sich all das mit dem Kindeswohl verträgt. Matthias Trautsch ist diesen Fragen nachgegangen. Er kommentiert auch.

          Dass wir das noch erleben dürfen: die Vorarbeiten für den Bau der nordmainischen S-Bahn haben begonnen. Das Schienenprojekt für eine bessere Verbindung zwischen Hanau und Frankfurt wurde von manchen Beobachtern schon zu den vielen Untoten gezählt, die im Schattenreich der Verkehrspolitik ihr trauriges Dasein fristen. Wer nun glaubt, er könnte demnächst in die nordmainische S-Bahn steigen, hat sich aber zu früh gefreut. Mit den eigentlichen Gleisbauarbeiten wird nach Angaben der Bahn frühestens in drei Jahren begonnen werden. Es steht also zu befürchten, dass es zu einem Schneckenrennen zwischen dem S-Bahn-Projekt und dem Bau des Riederwaldtunnels kommt. Aber immerhin, es ist eine Art Rennen.

          Bis über die Zukunft der Städtischen Bühnen in Frankfurt entschieden ist, wird vermutlich schon die eine oder andere Schiene zwischen Frankfurt und Hanau verlegt sein. Bis September soll geklärt werden, ob eine Sanierung der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz möglich ist oder nicht. Denkbar ist inzwischen auch, dass ein Teil des riesigen Gebäudekomplexes abgerissen wird und der Rest erhalten bleibt. Was die Zahl der Optionen weiter erhöht: 1. Komplettsanierung, 2. Komplettabriss und Neubau an alter Stelle, 3. Komplettabriss und gemeinsamer Neubau von Oper und Theater an einem neuen Standort, 4. Komplettabriss und Neubauten an getrennten Standorten, 5. Teilabriss mit … und so weiter. Mal schauen, wie lange die Fraktionen im Römer brauchen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Ziemlich sicher dürfte sein, dass sich vor der Kommunalwahl 2021 niemand richtig aus der Deckung wagen wird.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem: ist Ministerpräsident Volker Bouffier an Hautkrebs erkrankt, führt die Amtsgeschäfte aber fort, zeigt sich die Vorsitzende der katholischen Laien in Frankfurt enttäuscht vom Ergebnis des Vatikan-Gipfels zum Thema Missbrauch, ist der Hergang des Unfalls, bei dem ein zweijähriger Junge im Frankfurter Gallus am Donnerstagabend bei voller Fahrt aus einem Auto gefallen und gestorben ist, weiter unklar.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Wetter

          Heute startet der Tag teils mit etwas Nebel, die Sonne wird sich aber schnell durchsetzen und den gesamten Tag über scheinen. Dazu gibt es um 14 Grad, lokal etwas mehr. Nachts klar und um 3 Grad.

          Geburtstag haben heute

          Udo Corts (CDU), Vorstandsmitglied der Deutschen Vermögensberatung AG, Frankfurt, ehemaliger hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst (64); Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Langen (63); Heribert Lenz, in Aschaffenburg lebender Karikaturist (61); Oliver Quilling (CDU), Landrat des Kreises Offenbach (54); Stephan Siegler (CDU), Stadtverordnetenvorsteher im Frankfurter Stadtparlament (54); Mirjam Schmidt (Die Grünen), Mitglied des Hessischen Landtags, Frankfurt (42); Kjell Schmidt, Geschäftsführer der Regionalpark Ballungsraum Rhein-Main GmbH, Flörsheim (38).

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